Berliner Polizeipräsidentin: Nähe halten trotz Distanz

Berliner Polizeipräsidentin: Nähe halten trotz Distanz

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik vermisst in der Pandemie die direkten Kontakte zu vielen Mitarbeitern. «Das fehlt mir sehr», sagte Slowik der Deutschen Presse-Agentur. Vor Corona sei sie viel «draußen unterwegs» gewesen, habe zum Beispiel jeden Donnerstag Dienststellen besucht und dort ungefiltert Probleme aufnehmen können. Zwar könne jetzt vieles per Telefon- oder Videokonferenz besprochen und geklärt werden. «Doch wir müssen sehr aufpassen, dass wir unseren Zusammenhalt halten - wir als Gesellschaft und wir als Polizei brauchen diesen Zusammenhalt.» Der verbindende Kitt dürfe nicht verloren gehen.

Barbara Slowik spricht zur Presse

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Barbara Slowik, Berliner Polizeipräsidentin, spricht zur Presse.

«Nähe halten trotz Distanz - das ist die Aufgabe», unterstrich die 54-Jährige, die seit April 2018 die Behörde mit mehr als 26 000 Beschäftigten leitet. Dies werde aber durch die Dauer der Kontaktbeschränkungen nicht einfacher. Sie appellierte an die Dienststellen, weiter im Gespräch zu bleiben und sich nicht zurückzuziehen, wenn es Probleme gebe. Sie selbst sei weiter stets ansprechbar, «aber eben nur auf Distanz», so Slowik.
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Es sei unumgänglich, stets neu zu überprüfen, ob auch die Polizei alles unternehme, um die Pandemie einzudämmen, sagte Slowik. So seien Arbeitszeiten von 4.00 bis 22.00 Uhr weitgehend flexibilisiert worden, wodurch eine Art «Büro-Sharing» möglich sei. Mitarbeiter seien mit Schutzmasken und Plexiglasscheiben ausgestattet worden. «Das zeigt Stück für Stück Erfolg.» Seit November seien die Infektions- und Quarantänezahlen um etwa 50 Prozent reduziert worden, sagte die Polizeichefin.
Nach den jüngsten Beschlüssen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten werde geprüft, ob noch mehr Kollegen von zu Hause aus arbeiten könnten. Dies sei aber bei Kernaufgaben wie dem Funkwagen-Einsatzdienst, bei der Bereitschaftspolizei, dem Kriminaldauerdienst oder dem SEK nicht möglich, unterstrich die Behördenchefin. In anderen Bereichen sei in der Spitze schon eine Homeoffice-Quote von bis zu 35 Prozent erreicht worden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 24. Januar 2021 09:33 Uhr

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