Gewerkschaft GEW verlangt «Winterfahrplan» für Schulen

Gewerkschaft GEW verlangt «Winterfahrplan» für Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat von Bildungssenatorin Sandra Scheeres einen «Winterfahrplan» für die Berliner Schulen verlangt.

Ein Klassenraum

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Ein leerer Klassenraum.

«Die anhaltend hohen Inzidenzwerte in allen Berliner Bezirken erfordern ein entschiedenes Handeln», teilte der Vorsitzende der GEW Berlin, Tom Erdmann, am Montag (7. Dezember 2020) mit. Ein Regelbetrieb sei an vielen Schulstandorten nicht mehr möglich. Die GEW forderte daher, dass alle weiterführenden Schulen noch im Dezember in allen Jahrgängen auf das Wechselmodell umstellen können - und zwar unabhänig von den aktuellen Infektionszahlen. Außerdem müsse in den ersten beiden Wochen nach den Weihnachtsferien in allen Schulen mit Sekundarstufe der Unterricht im Wechselmodell organisiert werden. Nur so sei das Abstandgebot einzuhalten.
An Grundschulen sind nach Ansicht der GEW klare Vorgaben erforderlich, nur wenige Lehrkräfte in einer Lerngruppe einzusetzen und die Zahl der Unterrichtsstunden zu verringern, um den Schulen Möglichkeiten für eine Verkleinerung der Lerngruppen zu geben. Der Senat müsse außerdem Mund-Nasen-Schutz für alle Schülerinnen und Schüler sowie FFP2-Masken für das gesamte Schulpersonal zur Verfügung stellen, forderte die GEW. Klassen- und Gruppenräume, Mensen und Sporthallen seien mit Raumluftfilteranlagen in ausreichendeR Anzahl auszustatten - vor allem, wenn kein Stoßlüften möglich sei.
Erdmann warf dem Senat am Montag in einem Gastbeitrag bei «t-online» vor, einen «schleichenden Lockdown» an den Schulen zu riskieren. «Was macht die Politik? Sie verordnet Stoßlüften und achtstündige Maskenpflicht in den Schulen ohne Atempausen», sagte er. «Dabei wissen wir, dass zu viele Schulen noch immer in einem erbärmlichen Zustand sind und die Fenster mit vier Schrauben an vier Ecken im Rahmen verankert sind. Instandsetzungsoffensive? Fehlanzeige!» Aus Sicht der GEW reagiert die Politik in vielem zu langsam und zu unentschlossen: «Erst in diesem November, Monate nach Schuljahresstart und mit den höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Corona-Pandemie, haben die ersten Bundesländer FFP2-Schutzmasken an die Schulbeschäftigten ausgeteilt», kritisierte der GEW-Vorsitzende. «In Berlin gut zwei Stück pro Person. Einmalig.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 7. Dezember 2020 15:27 Uhr

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