Höhepunkt mit Makel für Altglienicke und Fürstenwalde

Höhepunkt mit Makel für Altglienicke und Fürstenwalde

Das Kribbeln ist längst da, auch wenn der Höhepunkt für manch einen in der Fußballer-Karriere so ganz anders sein wird. VSG Altglienicke gegen den 1. FC Köln, FSV Union Fürstenwalde gegen den VfL Wolfsburg. Das Fernsehen ist dabei, Zuschauer nur sehr wenige. Und das, was die Auftaktrunde im DFB-Pokal immer so besonders reizvoll macht, ist bei Altglienicke und Fürstenwalde auch nicht gegeben: Beide spielen nicht zuhause, beide gaben das Heimrecht an den drei Klassen höheren Rivalen ab.

DFB-Pokal

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Der DFB-Pokal steht auf einem Podest.

«Die Chancen sind noch weiter gesunken», befürchtet Altglienickes Kapitän Stephan Brehmer (33). Ein Sieg wäre «wie ein Sechser im Lotto», meint Fürstenwaldes Coach Matthias Maucksch, für den die Partie in Wolfsburg auch eine Rückkehr bedeutet. Der 51 Jahre alte gebürtige Dresdner spielte von Juli 1995 bis Ende Juni 1997 bei den Niedersachsen, mit denen er vor seinem Weggang sogar in die Bundesliga aufgestiegen war.
«Ich persönlich fand es angenehm, ich mag es, wenn es gegen einen meiner Ex-Clubs geht, ich ein paar Bekannte wiedertreffe. Ehrlich gesagt, wünscht man sich natürlich für die Mannschaft ein anderes Los», sagte Maucksch jüngst in einem Interview der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung».
In der Tabelle der Regionalliga Nordost belegen die Fürstenwalder mit neun Punkten aus den ersten fünf Saisonspielen den fünften Rang. Zuletzt kassierte Maucksch' Mannschaft eine 2:3-Niederlage beim Chemnitzer FC. Altglienicke ist Zweiter, holte zwölf Punkte und stimmte sich jüngst mit einem 2:1-Heimsieg gegen den VfB Auerbach auf die schwere Pokalaufgabe ein.
Gemein ist beiden Regionalligisten, dass die Kosten für die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie und für die Aufbauarbeiten für eine TV-Übertragung schlicht zu hoch waren. «Wir haben bis zur letzten Minute versucht, das bei uns zu stemmen. Aber das finanzielle Risiko war einfach zu groß, auch wegen dafür nötig gewesener Umbauarbeiten im Stadion», wurde Fürstenwaldes Präsident Sieghard Richter vom «Kicker» zitiert.
«Wir haben ja nicht einmal schlechte Bedingungen, aber wenn man den kleinen Vereinen genau diese Möglichkeiten nimmt, in ihrem vielleicht engen Stadion, auf unebenem Platz, mit Kabinen, die nicht den Luxus der Bundesligisten haben», betonte Union-Trainer Maucksch. Er hadert: «Wen man diese Chance wegnimmt, die Großen unter den Bedingungen der Kleinen zu fordern, das raubt dem DFB-Pokal doch den Charme, die Seele. Und bei manchem könnte das Gefühl aufkommen, man will die Kleinen schnell aus dem Pokal raus haben.»
Doch weder Fürstenwalde noch Altglienicke wollen ihre Partien, die beide an diesem Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen werden, schon vorher verloren geben. «Für viele Spieler ist es das erste und letzte Mal, dass sie so etwas miterleben können - auch vor leeren Rängen. Was will man mehr. Rein sportlich gesehen, wäre die Überraschung noch größer, wenn wir es packen würden», sagte VSG-Coach Karsten Heine: «Wir wollen Köln so lange wie möglich ärgern. Vielleicht sind drei, vier Spieler in Köln dabei, die uns unterschätzen.
Am Freitag sind sie an den Rhein gereist, Abschlusstraining und noch mal schlafen vor dem großen Tag. «Köln hat gefühlt nicht einmal unseren Namen auf dem Schirm. Sie werden mich noch weniger kennen. Aber vielleicht sind sie nach dem Spiel überrascht», meinte Kapitän Brehmer

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 14:20 Uhr

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