Müller: Opfer des DDR-Volksaufstandes unvergessen

Müller: Opfer des DDR-Volksaufstandes unvergessen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den «ungeheuren Mut» und Freiheitswillen der Frauen und Männer gewürdigt, die am 17. Juni 1953 in der DDR auf die Straße gingen.

Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953

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Demonstranten werfen in Berlin mit Steinen nach russischen Panzern.

Der Volksaufstand habe gezeigt, dass Freiheit und Demokratie nicht von selbst entstehen und manchmal schmerzliche Opfer verlangen, teilte Müller anlässlich des 67. Jahrestages am 16. Juni 2020 mit. «Gerade deshalb müssen wir alle diese Werte gemeinsam verteidigen und schützen.» Der SPD-Politiker betonte: «Wir dürfen Unfreiheit, Intoleranz und Spaltung nie wieder zulassen.»
Rund eine Million Menschen waren in der DDR vor 67 Jahren in rund 700 Orten gegen die politisch und wirtschaftlich angespannte Lage auf die Straße gegangen. Aus spontanen Streiks entwickelte sich ein Aufstand mit Rufen nach Freiheit und Einheit.
Panzer der Sowjetarmee schlugen den Protest blutig nieder. Rund 10 000 Demonstranten wurden laut Bundesstiftung Aufarbeitung festgenommen, mehr als 1500 von ihnen zu Haftstrafen und einige sogar zum Tode verurteilt. Der Aufstand hatte laut Stasi-Unterlagen-Behörde die SED-Führung sowie die DDR-Staatssicherheit überraschend getroffen. Sie sprachen von einem «faschistischen Putsch» - gesteuert vom Westen.
Am Mittwoch (11.00 Uhr) sollen am Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes auf dem Friedhof an der Seestraße Kränze niedergelegt werden. Zu dem Gedenken werden die Bundesministerin für Justiz, Christine Lambrecht (SPD), und Michael Müller erwartet. Wegen der Corona-Einschränkungen wird laut Senatsangaben auf Reden verzichtet. Diese könnten im Internet unter www.protokoll-inland.de verfolgt werden.
Für die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft erklärte deren Bundesvorsitzender Dieter Dombrowski, der 17. Juni 1953 habe gezeigt, wie eine Diktatur ihre Macht verteidigte. Menschenwürde und Menschenleben hätten keine Rolle gespielt.
Der Volksaufstand sei die erste große Erhebung gegen eine kommunistische Diktatur gewesen, betonte die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. «Der 17. Juni 1953 gehört zu den zentralen Daten der deutschen Freiheitsgeschichte», sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky. Erst 36 Jahre später seien die Forderungen der Menschen nach einem Leben in Freiheit und Demokratie mit der friedlichen Revolution vom Herbst 1989 Wirklichkeit geworden.
Berlin Mauer
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Juni 2020 14:53 Uhr

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