Polizei schreitet bei Demonstration vor Reichstag ein

Polizei schreitet bei Demonstration vor Reichstag ein

Bei einer Demonstration vor dem Reichstag hat die Berliner Polizei mehrere Menschen vorläufig festgenommen. Eine genaue Anzahl konnte eine Polizeisprecherin am Samstagmittag zunächst nicht nennen. Nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen protestierten die Menschen, darunter auch Verschwörungstheoretiker, bei der angemeldeten Kundgebung unter anderem gegen Einschränkungen zum Schutz von Coronainfektionen.

Die Polizei habe in mehreren Lautsprecherdurchsagen darauf hingewiesen, dass die maximale Teilnehmerzahl von 50 Menschen überschritten sei, berichtete die Sprecherin. Dem sei nicht Folge geleistet worden, daher habe die Polizei eingegriffen. Der Protest sei aber nicht aufgelöst worden, es gebe weiterhin einen Zustrom von Teilnehmenden. Die Polizei überwachte die Kundgebung eigenen Angaben zufolge mit zunächst rund hundert Einsatzkräften. Am vergangenen Mittwoch war bei einer Ansammlung vor dem Reichstag ein ARD-Fernsehteam angegriffen worden.
Auch auf dem Rosa-Luxemburg-Platz an der Volksbühne und in der Umgebung waren für Samstag zahlreiche Kundgebungen angemeldet. Die Polizeisprecherin sprach von einer «Vielfalt der Meinungen». Die Kundgebungen hätten Titel wie «Der die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen», «Grundgesetz statt Corona-Wahnsinn», «Hygiene-Zeitungsverteilung», aber auch «Gegen Rechtsextremismus», «Kein Platz für Nazis», «Gesundheit ohne Zucker» oder «Gemeinsames Beisammensein bei Sonnenschein». Mit wie vielen Einsatzkräften die Polizei dort vor Ort ist, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.
Laut der aktuellen Verordnung des Berliner Senats sind Versammlungen mit bis zu 50 Teilnehmenden gestattet, wenn sie an einem festen Ort stattfinden. Ab 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 Menschen teilnehmen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 9. Mai 2020 14:33 Uhr

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