Polizei-Gewerkschaft: Jede vierte Abschiebung erfolgreich

Polizei-Gewerkschaft: Jede vierte Abschiebung erfolgreich

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat kritisiert, dass Abschiebungen von Asylbewerbern enorm viel Aufwand für die Polizei bedeuten, gleichzeitig aber meistens scheitern würden. Nur ein Viertel der Direktabschiebungen, für die die Ausländerbehörde die Polizei anfordere, sei erfolgreich, teilte die GdP am Montag mit. Im ersten Halbjahr 2019 habe es 2064 Hilfsersuchen an die Polizei wegen Direktabschiebungen gegeben, nur in 564 Fällen sei das auch umgesetzt worden, so die GdP.

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In Polizei-Westen gekleidete Polizisten sind zu sehen.

Gerade die Polizeiexperten vom internen «Arbeitsgebiet interkulturelle Aufgaben» würden 80 Prozent ihrer Arbeit für die Amtshilfe für die Ausländerbehörde leisten.
Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner sagte, das Land brauche dringend einen Abschiebegewahrsam. «Dadurch befinden sich die Betroffenen bereits zum Zeitpunkt der Abschiebemaßnahme im amtlichen Gewahrsam und müssen nicht wie bisher unmittelbar vor der Maßnahmen aufgesucht werden, um dann gegebenenfalls nicht angetroffen zu werden», so Wegner.
Zahlreiche Asylbewerber würden sich Abschiebungen massiv widersetzen, stellte die GdP fest. Polizisten erlebten oft «unberechenbare Konfliktsituationen». Gerade Menschen aus Kriegsgebieten würden sich gewaltsam widersetzen und auch Waffen einsetzen. «Nicht selten kommt es auch zu Suizidandrohungen und Selbstverletzungen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 11. November 2019 17:10 Uhr

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