Senat will Neuansatz bei Unterbringung von Wohnungslosen

Senat will Neuansatz bei Unterbringung von Wohnungslosen

Der Berliner Senat will die Unterbringung von wohnungslosen Menschen in der Stadt neu organisieren. Unterkünfte sollen nach und nach systematisch erfasst werden, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Dann sollen mit ihnen Qualitätsstandards vertraglich vereinbart werden. Die Standorte werden demnach in ein System eingepflegt, mit dessen Hilfe die Bezirke stadtweit nach geeigneten Unterkünften suchen können, zum Beispiel nach behindertengerechten Plätzen.

Elke Breitenbach

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Elke Breitenbach (Linke), Sozialsenatorin von Berlin. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

«Es geht um eine bedarfsorientierte Unterbringung der Menschen», betonte Breitenbach. Erreicht werden solle das über eine bessere gesamtstädtische Steuerung.
Bislang ist die Unterbringung nach Angaben der Senatorin so geregelt: Ein Wohnungsloser oder Obdachloser wendet sich wegen einer Unterkunft an den Bezirk und wird dann von diesem untergebracht. Dieses Vorgehen habe dazu geführt, «dass wir einen Wildwuchs haben von Unterkünften, auch Hostels, die wir als Land überhaupt nicht kennen», kritisierte Breitenbach. Oftmals gebe es dort auch keine Qualitätsstandards.
Sozialverbände schätzen die Zahl der Menschen in Berlin ohne eigene Wohnung, die bei Verwandten, Freunden, in Übergangsunterkünften oder Wohnheimen leben, auf etwa 50 000. Hinzu kommen Tausende Obdachlose, die oft im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße leben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 3. September 2019 12:20 Uhr

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