Neue Bayern-Demütigung für Energie weit weg

Neue Bayern-Demütigung für Energie weit weg

Zweimal erlebten die großen Bayern im Cottbuser Stadion der Freundschaft schon eine Demütigung. Doch jetzt gibt es andere Vorzeichen: Der FC Energie ist nur noch viertklassig. Trainer Wollitz möchte für Spieler und Fans einfach ein schönes Fußballfest im Pokal.

Claus-Dieter Wollitz

© dpa

Der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz feuert seine Spieler an. Foto: Frank Hammerschmidt/Archivbild

Cottbus (dpa) - Am Sonntag vor dem Pokalspiel gegen die großen Bayern genoss Claus-Dieter Wollitz das Interesse der ungewöhnlich vielen Trainings-Kiebitze. «Aber nicht, dass Sie meinen, dass ich mit einer großen Sensation rechne», bemerkte der Trainer des FC Energie jedoch deutlich. Wollitz sieht seine Cottbuser vor der ersten Runde im nationalen Cup weit von einer neuen Bayern-Demütigung entfernt und weist alle Vergleiche mit der Vergangenheit energisch zurück. «Selbstbewusst ja, aber nicht größenwahnsinnig», sagte der Chefcoach des Brandenburger Viertligisten zur Partie gegen den Pokal-Verteidiger am Montag (20.45 Uhr/ARD und Sky) im ausverkauften Cottbuser Stadion der Freundschaft.
«Ich möchte für Realismus werben», erklärte Wollitz und gab seinem jungen, neu zusammengestellten Team die Vorgabe, «den Unterschied so klein wie möglich zu halten». Bei den bisherigen beiden Heimsiegen gegen die großen Bayern in den Jahren 2000 und 2008 habe es «völlig andere Voraussetzungen» gegeben, erinnerte der Cottbuser Coach: «Damals war Energie ein Erstligist. Inzwischen sind wir in der 4. Liga. Und der Kader ist noch unausgewogen.» Mit Neuzugang Ibrahim Hajtic und Robert Müller fallen dazu zwei Innenverteidiger aus, so dass Wollitz überhaupt nur 15 Spieler zur Verfügung stehen. «Ich verbiete keinem zu träumen, ich träume nicht», sagte der 54-Jährige.
Trotz der schwierigen Vorzeichen hofft und wünscht Wollitz, dass sein Team live vor der großen deutschen Öffentlichkeit dazu beitragen kann, «dass es ein schönes Fußballfest wird, an das man sich noch lange erinnert». Dafür müssten alle «unfassbar viel investieren». Seine Mannschaft müsse die Räume zustellen und den Mut haben, auch nach vorne zu spielen: «Es ist eine unglaubliche Herausforderung.»
Für seine Spieler, die teilweise aus der U19 kommen, sei der Pokalhit aber auch die Möglichkeit, die große Bühne für sich persönlich zu nutzen: «So positiv egoistisch darf man denken, wenn dabei etwas für das Kollektiv rauskommt.» Er sei «ein bisschen nachdenklicher» als sonst üblich, räumte Wollitz ein. Denn nach dem erneuten Abstieg in die Regionalliga würde sich das neue «Gebilde» seiner Mannschaft nach wie vor in einer «komplizierten Situation» befinden.
Obwohl jeder seiner Spieler die Stars des FC Bayern kennt, hat der Chefcoach seinem Personal nochmals in einer Videoschulung deutlich gemacht, was gegen die prominenten Gegenspieler «wichtig ist». In den jüngsten Pokalauftritten im Vorjahr gegen den SC Freiburg und davor gegen den VfB Stuttgart, die beide erst im Elfmeterschießen verloren gingen, hätte es eine «außergewöhnliche Stimmung» im Stadion gegeben. Zumindest das soll sich gegen die Bayern wiederholen.
Seine Spieler haben vor dem Bayern-Spiel freiwillig Elfmeter geübt, berichtete Wollitz: «Motivation und Überzeugung sind da.» Für ihn selbst sei es nochmal eine besondere Aufgabe. Wollitz will mit seiner Erfahrung dafür sorgen, dass alle mit dem Gefühl vom Platz gehen, «keine schlechte Arbeit abgeliefert zu haben». Auch als Verlierer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 11. August 2019 14:40 Uhr

Weitere Meldungen