Berlins Katholiken von Mitgliederminus weniger betroffen

Berlins Katholiken von Mitgliederminus weniger betroffen

Die katholische Kirche in Berlin und Brandenburg wird vom Rückgang der Mitgliederzahlen und Kirchensteueraufkommen nach eigenen Angaben nicht so hart getroffen wie andere Erzbistümer. Wegen der relativ jungen, weitgehend im Arbeitsleben stehenden Bevölkerung in Berlin sei das Problem für die Region nicht so ausgeprägt, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Man sei von den geburtenstarken Jahrgängen nicht so abhängig wie anderswo, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Dafür sei die Taufquote mit 37 Prozent besonders niedrig, die Austrittsquote besonders hoch.

Erzbischof Heiner Koch

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Erzbischof Heiner Koch steht in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin Mitte. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Erzbischof Heiner Koch erklärte, die Prognose müsse die Kirche in Berlin ermutigen, sich nicht in gesellschaftliche Nischen zurückzuziehen, sondern profiliert und mutig aufzutreten. Man müsse dabei an der Kommunikation arbeiten. Die Kirche sei weiter für alle Menschen da, auch mit ihren karitativen und Bildungs-Angeboten.
Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland wird die Zahl der Kirchenmitglieder bis 2060 um 49 Prozent auf 22,7 Millionen zurückgehen.
Zwar bleibt nominell das Aufkommen durch die Kirchensteuer mit 12 Milliarden Euro auf dem aktuellen Niveau (2017). Berechnet man aber Inflation und steigende Gehälter ein, bräuchten die Kirchen 2060 für Personal und Gebäude 25 Milliarden Euro. Dies bedeute einen Verlust von 51 Prozent bei der Kaufkraft der Kirchen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Mai 2019 15:20 Uhr

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