Rückgabe sterblicher Überreste indigener Australier

Rückgabe sterblicher Überreste indigener Australier

Mit feierlichen Zeremonien hat Australien aus deutschen Museen die sterblichen Überreste von 53 Ureinwohnern des Landes zurückgenommen. Die menschlichen Gebeine stammen aus Grabplünderungen oder von Opfern gewaltsamer Auseinandersetzungen.

Zu einer Feierstunde in der australischen Botschaft waren am Montag Vertreter der Yawuru Community nach Berlin gekommen. Zuvor hatte es bereits Zeremonien in München und Stuttgart gegeben. Bis Ende des Jahres ist eine weitere Rückgabe angekündigt.
Die sterblichen Überreste der Mitglieder der Yawuru, Karajarri und weiterer Communities stammen aus den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Meckelschen Sammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Fünf Kontinente Museum München, dem Linden-Museum Stuttgart und der Universität Freiburg.
Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sprach während der Zeremonie von Opfern des Kolonialismus, bei denen die Rückgabe der menschlichen Überreste zu lange gedauert habe. Die australische Regierung hatte die Restitution seit 2009 angestrebt. Während der Provenienzforschung waren über medizinische Daten Aussagen über Alter, Geschlecht, Verletzungen, Krankheiten und Todesursachen getroffen werden.
Die australische Botschafterin Lynette Wood sagte, die Rückführung sterblicher Überreste indigener Australier zu ihren Familien und ihrem Herkunftsland sei eine eminent wichtige Angelegenheit. Im australischen Broome soll ein Gedenkort entstehen, an dem die zurückgeführten Gebeine bestattet werden können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. April 2019 17:40 Uhr

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