Gericht: Polizei-Bewerber auch mit Tätowierung zulassen

Gericht: Polizei-Bewerber auch mit Tätowierung zulassen

Für den Polizei-Dienst in der Hauptstadt nicht zugelassen wegen eines Tattoos? Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat jetzt einem abgelehnten Bewerber Recht gegeben, der allein wegen seiner Tätowierungen nicht mal in das Auswahlverfahren gekommen ist. Tätowierungen seien grundsätzlich kein Hinderungsgrund für die Einstellung in den Polizeidienst, teilte das Oberverwaltungsgericht am Montag zu seinem Beschluss mit (Beschluss vom 1. Februar 2019 - OVG 4 S 52.18).

Die Polizei hatte laut Gericht bei dem Mann großflächige Frauenköpfe von «La Catrina» beanstandet, die beim Tragen der Sommeruniform sichtbar gewesen wären. Catrina gilt in Mexiko als ein Symbol für den Tag des Todes.
Ob die Tätowierungen in der Bevölkerung als bedrohlich wahrgenommen werden, könne nicht von der Polizeibehörde beurteilt werden, urteilte das Gericht. Damit folgte es einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. November 2017. Danach sind Tätowierungen bei jungen Menschen weit verbreitet und «in der Mitte der Bevölkerung angekommen».
Der Gesetzgeber in Berlin müsse deshalb regeln, ob Tätowierungen mit den Anforderungen an Polizisten und den Erwartungen der Bevölkerung vereinbar seien, hieß es im Beschluss. Die Behörde dürfe Bewerber nur ablehnen, wenn es wegen der Tätowierungen Zweifel gibt, dass die Bewerber für die freiheitlich demokratische Grundordnung eintreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 4. Februar 2019 16:50 Uhr

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