Polizei-Schießstände: 453 Polizisten erhalten Entschädigung

Polizei-Schießstände: 453 Polizisten erhalten Entschädigung

Nach jahrelangen Diskussionen um schadstoffbelastete Schießstände erhalten 453 erkrankte Berliner Polizisten eine finanzielle Entschädigung. Dafür fließen gut drei Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht von Innensenator Andreas Geisel (SPD) hervor, den der Senat am Dienstag beschloss.

Ein Polizeischüler trainiert auf einem Schießstand

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Ein Polizeischüler trainiert auf dem Schießstand einer Polizeischule. Foto: Rainer Jensen/Archiv

Demnach stellten 785 Polizeibeamte Anträge auf Entschädigung. 332 davon lehnte eine vom Senat eingesetzte Kommission, der zwei Ärzte und eine früheren Sozialrichterin angehörten, ab.
Die anderen - Schießtrainer und andere Polizisten - erhalten die Zahlungen aus einem Entschädigungsfonds. Nach früheren Angaben sind dafür je nach Schwere der Erkrankung zwischen 2000 und 80 000 Euro veranschlagt.
Die Betroffenen hatten viel Zeit in den Schießständen verbracht und immer wieder kritisiert, dass die Luft dort schädlich oder giftig sei. Das soll an Asbest in Dämmstoffen und schlechter Belüftung, die den Pulverdampf nicht absaugte, gelegen haben. Bewiesen ist ein Zusammenhang zwischen dem Zustand der Schießstände und den Erkrankungen der Polizisten bisher nicht. Dazu läuft eine Studie der Uni-Klinik Charité.
Der Senat sieht die Entschädigungszahlungen Geisel zufolge als unbürokratische finanzielle Hilfe. Im Zusammenhang mit der sogenannten Schießstand-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Ex-Polizeichef Klaus Kandt und seine frühere Stellvertreterin und heutige Generalstaatsanwältin Margarete Koppers.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. Januar 2019 16:00 Uhr

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