Millionen-Investition in elektronische Saatgutbehandlung

Millionen-Investition in elektronische Saatgutbehandlung

In Sachsen, Brandenburg und Thüringen soll Getreide-Saatgut künftig vermehrt elektronisch gegen Pflanzenkrankheiten geschützt werden. Am Standort Hainichen in Mittelsachsen investiert der Handels- und Dienstleistungskonzern Baywa (München) dafür 2,4 Millionen Euro in eine neue Anlage, teilte das Unternehmen am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit. Diese habe die Größe eines Sattelaufliegers, sei mobil und werde in den drei Ländern eingesetzt.

Bei dieser Form der Saatgutbehandlung werden Elektronen in die Samenschale des Korns gelenkt und so die Krankheitserreger abgetötet. Diese Methode sei eine Alternative zur Behandlung von Saatgut mit chemischen Substanzen, dem so genannten Beizen.
Entwickelt hat die Technologie das Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden. Nach deren Angaben erreicht mit Elektronen behandeltes Saatgut die gleichen Erträge wie konventionelle Saatware. Es könne sowohl im ökologischen als auch konventionellen Landbau verwendet werden. Nachhaltige Produktion und die Vermeidung des Einsatzes von chemischen Wirkstoffen nähmen an Bedeutung zu, sagte André Weidauer vom FEP.
Nach Angaben der Baywa AG wurden 2018 in Deutschland rund 16 000 Tonnen Saatgut mit Elektronen behandelt. In diesem Jahr sollen 25 000 Tonnen erreicht werden. Außer in Hainichen soll die neue Anlage in Zwickau und voraussichtlich ab 2020 in Grimma eingesetzt werden. Geprüft werde der mittelfristige Einsatz in Luckau (Brandenburg) und Bad Tennstedt (Thüringen).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. Januar 2019 13:00 Uhr

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