Spekenbrink kritisiert Anti-Doping-Politik im Fußball

Spekenbrink kritisiert Anti-Doping-Politik im Fußball

Teamchef Iwan Spekenbrink vom deutschen Radrennstall Sunweb hat die Haltung im Anti-Doping-Kampf bei Sportdiziplinen wie Fußball kritisiert und dabei auch auf den Fall Sergio Ramos abgezielt. «Der Fußball und andere Sportarten machen einen Fehler. Wenn in anderen Sportarten gesagt wird 'Wir haben kein Problem', dann ist es nicht professionell. Die Wirklichkeit ist anders», sagte Spekenbrink der Deutschen Presse-Agentur und fügte mit Blick auf Ramos hinzu: «Vor der Kontrolle geht er duschen, dann vielleicht noch frühstücken. Chris Froome wurde nicht geschützt, Ramos schon.»

Der «Spiegel» hatte im November von angeblichen Ungereimtheiten bei Dopingkontrollen berichtet. Ramos soll sich demnach vor einem Dopingtest im April nach einem Spiel gegen den FC Málaga einem Kontrolleur der spanischen Anti-Doping-Agentur AEPSAD widersetzt haben. Außerdem soll er nach dem Champions-League-Finale 2017 gegen Juventus Turin eine auffällige Dopingprobe abgegeben haben. Der «Spiegel» berief sich auf Unterlagen der Enthüllungsplattform Football Leaks.
Ramos soll dabei positiv auf ein kortisonhaltiges Präparat getestet worden sein, das nach vorheriger Anmeldung vor einem Wettkampf eingenommen werden darf, im Wettkampf aber nicht erlaubt ist. Ein Eintrag über die vorherige Einnahme soll in dem Protokoll der Dopingkontrolle gefehlt haben. Die Europäische Fußball-Union habe den Fall von der Welt-Anti-Dopingagentur WADA prüfen lassen und dann das Verfahren eingestellt, teilte Real Madrid dazu mit. Auch Ramos wies jegliche Doping-Vorwürfe zurück.
Spekenbrink findet auch mit Blick auf den russischen Dopingskandal kritische Worte: «Wir können doch nicht sagen, wir machen schön weiter. Da muss man auch Fragen an die WADA stellen. Muss die WADA nicht unabhängig vom IOC sein? Der Radsport war diesbezüglich ein Vorbild, aber auch da oben muss es stimmen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 3. Januar 2019 12:40 Uhr

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