Gedenkstätte Hohenschönhausen: Querelen im Stiftungsbeirat

Gedenkstätte Hohenschönhausen: Querelen im Stiftungsbeirat

Die Querelen um die Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen reißen nicht ab. Die turnusmäßige Sitzung des wissenschaftlichen Beirats an diesem Donnerstag wurde abgesagt. Drei Mitglieder des Gremiums legten nach eigenen Angaben «unter Protest» ihr Amt nieder. Es sind die früheren DDR-Bürgerrechtlerinnen Heidi Bohley, Freya Klier sowie Professorin Barbara Zehnpfennig.

Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen

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Das Schild mit der Aufschrift «Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen». Foto: Paul Zinken/Archiv

In einem Brief an den Stiftungsrat, dessen Vorsitzender Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist, monieren sie, der Beiratsvorsitzende Dieter Dombrowski habe die Sitzung eigenmächtig abgesagt, nachdem sie eine Aussprache mit dem geschassten Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe angemeldet hätten.
Die Frauen schreiben, sie hätten das Vertrauen in Dombrowski verloren. Es sei unklar, wessen Interessen er vertrete. Dombrowski war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bereits in einem ersten Brief hatten sich die Frauen für den geschassten Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe stark gemacht.
Knabe war vorgeworfen worden, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch seinen Stellvertreter vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat, zu dem auch Dombrowski gehört, hatte den Direktor deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. Oktober 2018 16:30 Uhr

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