DLV-Chef Kessing kritisiert Tokio-Spiele 2020 bei Hitze

DLV-Chef Kessing kritisiert Tokio-Spiele 2020 bei Hitze

DLV-Präsident Jürgen Kessing kritisiert den Zeitpunkt der Austragung der Olympischen Spiele 2020 in den Hitze-Monaten Juli und August. «Da muss man aufpassen, dass es medizinisch noch zu vertreten ist», sagte der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes am Donnerstag bei der Leichtathletik-EM in Berlin. Das DLV-Team habe die augenblickliche Hitze in der Hauptstadt gut überstanden. «Die EM ist deshalb für uns eine gute Generalprobe für die WM im nächsten Jahr in Doha, wo die Bedingungen auch nicht gewöhnlich sind.» In Tokio komme noch die hohe Luftfeuchtigkeit hinzu.

Jürgen Kessing (l.)

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Jürgen Kessing(l), Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, sitzt neben Idriss Gonschinksa, Chefrainer des DLV. Foto: Hendrik Schmidt

Dass offenbar das amerikanische Fernsehen den Austragungszeitraum der Tokio-Spiele durchgesetzt hat, hält er für sehr problematisch. «Es ist fatal, dass das Fernsehen und der Kommerz die Rolle vorgibt, die zu spielen ist», meinte Kessing. «Es ist aber wie in der Musik. Wer die Musik bestellt und bezahlt, der sagt auch immer, was gespielt wird. Ich finde es nicht optimal.» Man sollte schon bei der Vergabe der Olympia-Orte auch auf die Wetterproblematik achten.
In Japan herrscht derzeit eine beispiellose Hitzewelle. Mehr als 70 000 Menschen mussten wegen Verdachts auf Hitzschlag und ähnlicher Beschwerden in diesem Sommer bereits in Krankenhäuser gebracht werden. Mehr als 100 Menschen starben schon an Hitzschlag. In manchen Orten des Inselreiches wurden Rekordtemperaturen von bis zu 41,1 Grad gemessen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. August 2018 11:40 Uhr

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