Sozialarbeiter: stärkere Prävention gegen Radikalisierung

Sozialarbeiter: stärkere Prävention gegen Radikalisierung

Berliner Sozialarbeiter fordern eine stärkere und besser finanzierte Präventionsarbeit gegen die Radikalisierung von jungen Muslimen. Diese Arbeit müsse verstärkt in Schulen, Gefängnissen und im Internet erfolgen. Das erklärten Vertreter mehrerer Initiativen am Mittwoch im Parlamentsausschuss für Verfassungsschutz. In Anwesenheit von Innensenator Andreas Geisel (SPD) wurden Mitarbeiter von Vereinen angehört, die mit Unterstützung des Berliner Senats gegen Islamismus und Salafismus vorgehen.

Mirjam Gläser vom Verein Ufuq sagte, es müsse mehr Geld in die «ganz normale Jugendarbeit» fließen. Die Radikalisierung von jungen Menschen beginne bereits durch eine Ausgrenzung muslimischer Jugendlicher im Alltag. Auch Britta Hecking von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (Kiga) betonte, anti-islamische Ressentiments führten dazu, dass sich muslimische junge Menschen in unserer Gesellschaft nicht zugehörig fühlten. Der Psychologe Ahmad Mansour, der für die Initiative Hayat arbeitet, betonte, die Arbeit gegen Radikalisierung müsse öfter in sozialen Medien erfolgen, weil junge Menschen hier besonders gut erreichbar seien.
Ziel der Deradikalisierungsprogramme des Berliner Senats ist es, gegen die Indoktrinierung junger Muslime durch Islamisten vorzugehen. In diesem Jahr beträgt das hierfür bereitgestellte Budget 2,2 Millionen Euro. Nach dem jüngsten Stand sind dem Berliner Verfassungsschutz 990 Salafisten in der Hauptstadt bekannt. Die Zahl hat sich seit 2011 fast verdreifacht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. Mai 2018 14:30 Uhr

Weitere Meldungen