Bäderkonzept 2025: Erhalt und zwei Neubauten - Opposition kritisch

Bäderkonzept 2025: Erhalt und zwei Neubauten - Opposition kritisch

Berlins Bäder sollen attraktiver, moderner und wirtschaftlicher werden. Das sieht das Bäderkonzept 2025 vor, das der Senat am Dienstag (10. Februar 2015) verabschiedet hat.

Frank Henkel

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Innen- und Sportsenator Frank Henkel. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Laut Vorlage von Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) sollen alle 62 Bäder - darunter 37 Hallenbäder - erhalten bleiben. Henkel schlägt eine Struktur vor, die sich stärker an den Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzer von Kindern und Familien über Freizeit- bis zu Leistungsschwimmern orientiert.
Vorgesehen sei auch der Neubau von Multifunktionsbädern, betonte der Senator. Zwei Pilotprojekte in Mariendorf und Pankow sollen die Vorteile dieses Wegs aufzeigen. Der Senat bewilligte am Dienstag insgesamt 60 Millionen Euro dafür aus dem Investitionsfonds SIWA.
Der Senator will zu seinem Bäderkonzept einen gesellschaftlichen Konsens herstellen. Wie das erreicht werden soll, wird in der Pressemitteilung nicht gesagt.
Die sportpolitische Sprecherin der oppositionellen Grünen-Fraktion, Anja Schillhaneck, sagte: «Die deutlichere Fokussierung auf Freizeit-Bäder mit Saunalandschaft, Warmwasserzuschlag und Spaßbereich - wie exemplarisch in Mariendorf und Pankow ausprobiert werden soll - klingt im ersten Moment schlüssig.»
Wie ihre Kollegin von der Linke-Fraktion, Gabriele Hiller, forderte Schillhaneck jedoch, dass die Eintrittspreise in die Bäder bezahlbar bleiben müssten. Dazu vermisse sie klare Aussagen, kritisierte Hiller. Schwimmen dürfe nicht zum Luxus werden. Der Senat beantworte auch nicht, wie er den enormen Sanierungsstau von bis zu 90 Millionen Euro auflösen wolle.
Auch der Pirat Andreas Baum bemängelte, dass die Bäderbetriebe pro Jahr nur rund fünf Millionen Euro für Sanierungen der oft völlig heruntergekommenen Bäder habe. Das sei unwirtschaftlich. Kreative Idee zur Behebung des deutlichen Besucherrückgangs um 550 000 in 2014 fehlten völlig. Der Besucherschwund müsse den Senat alarmieren.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 11. Februar 2015 08:36 Uhr

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