Abwasserpreise in Berlin sinken: Ersparnis von 8 Euro im Jahr

Abwasserpreise in Berlin sinken: Ersparnis von 8 Euro im Jahr

Wasser wird in Berlin günstiger. Nach einer deutlichen Reduzierung der Trinkwassertarife sollen von 2015 an auch die Preise für das Abwasser um rund 6,1 Prozent sinken. Das beschloss der Aufsichtsrat der seit Dezember 2013 wieder landeseigenen Berliner Wasserbetriebe (BWB) am Donnerstag.

Berliner Wasserpreise

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Die Abwasserpreise in Berlin werden sinken. Foto: Robert Schlesinger/Archiv

Die Aufbereitung des Schmutzwassers wird dadurch vom kommenden Jahr für jeden Berliner um rund 8 Euro billiger. Eine vierköpfige Familie spart so nach Angaben von Wasserbetriebe-Chef Jörg Simon rund 32 Euro jährlich. An alle Berliner gebe der Eigentümer Land so 35 Millionen Euro im Jahr zurück, rechnete Simon vor.
Zu Jahresbeginn waren bereits die Tarife für das Frischwasser um 15 Prozent reduziert worden. Das bedeutete eine Ersparnis von 14 Euro pro Berliner im Jahr. Durch beide Tarifsenkungen werden Frisch- und Abwasser für jeden Berliner von 2015 an um 22 Euro billiger. Ein vierköpfiger Haushalt spart so 89 Euro im Jahr, die Wasserbetriebe kassieren 102 Millionen Euro weniger im Jahr.
Danach zahlt ein Berliner vom kommenden Jahr an im Durchschnitt 211 Euro für Wasser und Abwasser oder 0,58 Euro pro Tag. Eine vierköpfige Familie kostet beides zusammen 844 Euro im Jahr oder 2,32 Euro am Tag, sagte Simon.
Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) - zugleich Vorsitzender des BWB-Aufsichtsrates - wertete die günstigeren Tarife als Beleg dafür, was die Rekommunalisierung den Berlinern bringe. Alle Versuche der Opposition, den Rückkauf der BWB von zwei Privatunternehmen juristisch anzufechten, seien von den Gerichten zurückgewiesen worden, betonte Nußbaum. Die Grünen kritisierten 6 Prozent Senkung als zu gering. 12 Prozent wären möglich gewesen.
Im Dezember war der Rückkauf der 1999 teilprivatisierten Wasserbetriebe abgeschlossen worden. Das Land zahlte an die Unternehmen RWE und Veolia insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro für je ein knappes Viertel der Anteile. 1999 hatte Berlin für den Verkauf von 49,9 Prozent der Anteile knapp 1,7 Milliarden Euro erhalten.
Die Wasserpreise in Berlin waren seitdem kontinuierlich gestiegen, weil die Verträge den beiden Investoren eine bestimmte Rendite garantierten. Noch vor dem Rückkauf hatte der damalige Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) das Bundeskartellamt eingeschaltet, um die Preispolitik überprüfen zu lassen.
Die Wettbewerbshüter stellten fest, dass die Berliner Wasserpreise viel zu hoch waren und sie für die Jahre 2012 bis 2015 um 17 bis 18 Prozent gesenkt werden müssten. Die Wasserbetriebe klagten dagegen, unterlagen aber im Februar vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Im Mai ordnete das Bundeskartellamt an, dass die Wasserpreise bis 2018 auf dem abgesenkten Niveau stabil bleiben müssten.
Das sei das Ergebnis eines Vergleichs der Behörde mit den Berliner Wasserbetrieben. Das Unternehmen verlangt bis 2018 lediglich die reduzierten Tarife. Im Gegenzug verzichtet das Kartellamt darauf, eine Rückerstattung zu viel bezahlter Wasserpreise für 2009 bis 2011 anzuordnen. Simon kündigte an, dass von 2016 an zum Ausgleich der Teuerungsrate ein Preisanstieg von maximal 1,1 Prozent fällig werden könnte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. September 2014 16:29 Uhr

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