Bestatter: Letzte Ruhe wird individueller

Die Blätter rascheln im Wind, Bäume knarren, ein Specht macht sich ans Werk: Immer häufiger wünschen sich Menschen die Idylle des Waldes für ihre letzte Ruhe. Bestattungswälder und Grabfelder entlasten aber auch die Hinterbliebenen, da die Grabpflege von Gärtnern übernommen wird oder sogar komplett entfällt. «Viele junge Menschen möchten eine Grabstätte nicht auch noch über 20 Jahre pflegen», sagt Bernd Thürling, Vorsitzender des Verbandes der Friedshofsverwalter Berlin-Brandenburg.
Urnen-Auswahl bei einem Bestatter
Urnen-Auswahl bei einem Bestatter. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv © dpa

Der Trend gehe zu Gemeinschaftsanlagen mit individuellem Charakter. Das hofft auch Gunther Butzmann von der Potsdamer Stadtverwaltung. Er ist verantwortlich für die 15 kommunalen Friedhöfe und besonders stolz auf den «Garten der Erinnerung», der im Mai auf dem Neuen Friedhof der Landeshauptstadt eröffnet wurde.

Anders als bei den benachbarten Reihengrabstellen führen hier geschwungene Wege zwischen Blumenbeeten entlang, die Gräber und Urnenstellen sind Teil des Gartens und werden von Gärtnern gepflegt. «Bis jetzt hatten wir sieben Bestattungen, die Potsdamer müssen sich erst damit vertraut machen», berichtet Butzmann. Irgendwann soll sich der Garten über 7000 Quadratmeter erstrecken und genügend Platz für 233 Grabstellen bieten.

Ganze 450 000 Quadratmeter misst der Bestattungswald Fürstenwalde, der 2006 eröffnet wurde. «Seitdem gab es dort 712 Beisetzungen», erzählt Corinna Brod vom Betreiberunternehmen Friedwald. Mit einem Förster wird der passende Baum ausgesucht, bis auf ein paar Blüten muss dabei auf Grabschmuck verzichtet werden. «Exotische Pflanzen gehören nicht auf den Waldboden», erklärt Brod. Der Bezug zur Natur spiele eine große Rolle bei den Waldbestattungen. «Der Tod ist ja auch etwas Natürliches.»

Der Wandel der Bestattungskultur macht sich indes auf den konventionellen Friedhöfen bemerkbar. «Die finanzielle Basis wird kleiner», sagt Verbandschef Thürling, der selbst Friedhöfe verwaltet. Gerade im ländlichen Raum blieben sie aber wichtig: «So lange noch Menschen in einem Dorf wohnen, wird der vorhandene Friedhof ihr letzter Ruheplatz werden.» Auch in verwaisten Ortschaften dauere es gemäß dem Brandenburgischen Bestattungsgesetz Jahrzehnte, bis ein Friedhof entwidmet, also geschlossen werden kann.

Auch die Trauerfeiern verändern sich zunehmend. «Es gibt weniger Livemusik als früher, meistens wird eine CD abgespielt", berichtet der Trauerredner Frithjof Laaser. Er und seine Kollegen haben viel zu tun, denn gerade im Osten Berlins und in Brandenburg sind konfessionslose Bestattungen beliebt. «Ich versuche das lockerer zu gestalten, man soll ja etwas Positives mitnehmen.»

«Der Trend geht eindeutig zu den individualisierten Bestattungen, das muss auch nicht unbedingt teuer sein», sagt Fabian Lenzen von der Bestatterinnung Berlin-Brandenburg. So habe die Zahl der Abschiednahmen am offenen Sarg deutlich zugenommen. «Das zeigt, dass die Bestattungen persönlicher werden.»

Quelle: dpa
Aktualisierung: Samstag, 17. November 2012 10:45 Uhr

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