Gestaltungsempfehlungen für Friedrichshagen

Friedrichshagen - Dach
Bild: BA Treptow-Köpenick

Der Geltungsbereich der Verordnung zur Erhaltung baulicher Anlagen und der städtebaulichen Eigenart umfasst die Bebauung entlang der Bölschestraße, der Scharnweber Straße, der Aßmannstraße, Am Goldmannpark und am Müggelseedamm, wie sie im Wesentlichen seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts besteht. Die genaue Abgrenz-ung des Erhaltungsgebietes ist hier dargestellt. Im Geltungsbereich der Erhaltungsverordnung befinden sich mehrere Denkmale, die in der Karte markiert wurden. Die Bebauung der im Folgenden aufgeführten Teilbereiche A1 und A2 ist als Denkmalbereich (Ensemble) geschützt.

Aufgrund seines einzigartigen Charakters wurde das Gebiet 1991 in das Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Seither wurde die Sanierung von ca. 140 Wohn- und Nebengebäuden mit rund 51 Mio. Euro gefördert. Die Denkmale unterliegen den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes Berlin und für bauliche Veränderungen und Veränderungen des Erscheinungsbildes ist die denkmalrechtliche Genehmigung einzuholen.

Die besondere Bedeutung dieses Bereiches begründet sich in der Ablesbarkeit der städtebaulichen Entwicklung des Gebietes. Die Siedlungsstruktur aus der Kolonistenzeit, die Mischung von Gebäudetypen aus der anschließenden Entwicklung sowie insbesondere in der Bölschestraße entstandene Nutzungsvielfalt an Handels- und Dienstleistungsbetrieben prägen das Ortsbild des Erhaltungsgebietes Friedrichshagen.

Abgrenzung und Beschreibung der Teilbereiche im Erhaltungsgebiet:

Bereich A – Bebauung an der Bölsche- und Scharnweberstraße:

A1
Der Bereich Bölschestraße dokumentiert die planmäßig ausgeführte städtebauliche Konzeption mit je 50 Parzellen an der ehemaligen Dorfstraße (heute Bölschestraße) für isgesamt 100 Kolonistenfamilien aus dem Jahr 1753 und die erste Phase der städtebaulichen Erweiterung. Aus der ersten Bebauungsphase sind die Baufluchten, die Platzanlage und die Parzellierung erhalten. Charakteristisch für die östliche Straßenseite sind die sehr tiefen Grundstücke (ca. 150 m), die im Anschluss an Vorderhaus und Hofbebauung als Gartenland genutzt werden. Die Bölschestraße wird charakterisiert durch das Nebeneinander von nur noch wenigen eingeschossigen Gebäuden in der Nachfolge der ursprünglichen Kolonistenhäuser, zweigeschossige Bauten aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit meist spätklassizistischen Fassaden und den Gebäuden der Gründerzeit. Ebenso prägen der breite Straßenraum mit den baumbestandenen Bürgersteigen und die platzartige Aufweitung um Kirche und Markt den Ortskern.

A2
Mit der ersten städtebaulichen Erweiterung an der östlichen Rückseite der Kolonistengrundstücke gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurden an der heutigen Scharnweberstraße Grundstücke gebildet und mit schlichten ein- und zweigeschossigen Traufenhäusern bebaut. Die relativ großen Grundstücke werden überwiegend zu Wohnzwecken genutzt. Diese Entwicklung fand auch an den verbindenden Straßen Am Goldmannpark, Aßmannstraße und am Müggelseedamm statt.

Bereich B – Bebauung der Gründerzeit:

Die Bereiche Lindenallee, Aßmannstraße, Rahnsdorfer Straße, Breestpromenade, Joseph-Nawrocki-Straße und Müggelseedamm entstanden mit der Entwicklung des Dorfes zum Kur- und Ausflugsort mit überwiegend zweigeschossigen Häusern, die nach dem Vorbild nobler Badeorte oft mit Balkonen, Loggien oder verglasten Veranden versehen waren. In Abhängigkeit von Lage und den finanziellen Möglichkeiten erfolgte neben den einfachen, meist zweigeschossigen Traufenhäusern und drei- und viergeschossigen Gründerzeitgebäuden eine Bebauung im Landhausstil.

Fassaden

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Von außerordentlicher Bedeutung für das Stadtbild sind die Fassaden als Zeugnisse der jeweiligen Bauepoche. Die Fassade eines Hauses spiegelt immer den Gestaltungswillen des Baumeisters und des Bauherren wider.Weitere Informationen

Fenster und Türen

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Fenster und Türen sind ein wesentliches Funktions- und Gestaltungselement von Gebäuden und zugleich bedeutende Zeugnisse der jeweiligen Architektursprache. Sie sind immer mehr als nur Öffnungen in Gebäuden, das sie entscheidend die Gliederung der Fassade bestimmen.Weitere Informationen

Dächer

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Als wesentlicher Bestandteil von Gebäuden sind Dächer in ihrer Gestaltung ortsbildprägend. Die Wirkung des Daches wird neben der Form von der Dachdeckung bestimmt. Die Dachform, der Dachstuhl und die Dachdeckung waren aufeinander abgestimmt.Weitere Informationen

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Bild: BA Treptow-Köpenick

Im Erhaltungsgebiet sind Bauformen anzutreffen, die von der ersten Hälfte des 19. Jh. bis ins Ende des 20. Jh. reichen und fast unverändert überliefert sind. So differenziert die Bebauungsstrukturen angelegt sind, so differenziert ist die Gestaltung der ErdgeschosszonenWeitere Informationen