Schlafplätze für Obdachlose bisher zu 70 Prozent ausgelastet

Schlafplätze für Obdachlose bisher zu 70 Prozent ausgelastet

Nachts wird es teils bitterkalt: Die Zahl der Notschlafplätze für Obdachlose in Berlin ist in der vergangenen Woche noch einmal etwas gestiegen. «Seit dem 6. November haben wir 1044 Plätze in der Kältehilfe», teilte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales, Regina Kneiding, auf Anfrage mit. Bisher seien die Plätze zu rund 70 Prozent ausgelastet.

Schlafsaal der Johanniter-Notübernachtung

© dpa

Ein Schlafsaal für Frauen der Johanniter-Notübernachtung.

Um Obdachlose mit warmen Getränken und Schlafsäcken zu versorgen oder auf Wunsch in eine Unterkunft zu fahren, sind seit Monatsbeginn wieder Teams in Kleinbussen im Einsatz. Die Kältehilfe rät Bürgern, die Obdachlose auf der Straße sehen, zuerst nachzufragen, ob diese Hilfe annehmen möchten. Ab 18.00 Uhr kann der Wärmebus des Berliner Deutschen Roten Kreuzes (030 6003001010) und ab 21.00 Uhr der Kältebus der Stadtmission angerufen werden (0178 5235838). Im Notfall sollte man aber Polizei beziehungsweise Feuerwehr rufen.
Inzwischen kann man auch in der kostenfreien App «Berliner Kältehilfe» nachschauen, wo sich in der Nähe des eigenen Standorts Anlaufstellen des Hilfsnetzwerks befinden.
Nach Schätzungen leben in Berlin mehrere Tausend Menschen auf der Straße. Die Zahl der Menschen ohne eigene Wohnung, die bei Verwandten, Freunden, in Übergangsunterkünften oder Wohnheimen leben, wird auf etwa 50 000 geschätzt. Eine neue Schätzung zur Zahl der Wohnungslosen bundesweit will die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Montag in Berlin vorstellen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 10. November 2019