Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Kinder und Jugendliche im KZ

Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Kinder und Jugendliche im KZ

Die Gedenkstätte Sachsenhausen nimmt die letzten Überlebenden des KZ-Terrors in den Blick und lässt deren Erinnerungen als Kinder und Jugendliche in dem Lager aufleben.

  • Gedenkstätte Sachsenhausen© dpa
    Ein Mann geht durch das Tor der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg, an welchem «Arbeit macht frei» steht.
  • Bogdan Bartnikowski© dpa
    Bogdan Bartnikowski, polnischer KZ-Überlebender und Zeitzeuge.
An einem Bildschirm können sich Besucher seit Dienstag (10. September 2019) über das Schicksal von vierzehn Überlebenden informieren, die als Kinder oder Jugendliche in dem Lager in Oranienburg inhaftiert waren, wie die Gedenkstätte mitteilte.

Zeitzeugnisse von Kindern und Jugendlichen in Sachsenhausen

In dem Projekt schildern die Überlebenden in filmischen Interviewsequenzen ihre Erlebnisse, berichtet die Gedenkstätte. Schriftliche Zeitzeugnisse wurden dazu von Schülern eingelesen und mit historischen Fotografien und Häftlingszeichnungen aus dem KZ Sachsenhausen sowie neu erstellten Computeranimationen illustriert. «Mindestens 3 000 der insgesamt 200 000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen waren Kinder und Jugendliche», so Astrid Ley, stellvertretende Gedenkstättenleiterin.

Insasse Bogdan Bartnikowski erinnert sich:

Bogdan Bartnikowski kam nach Angaben der Gedenkstätte als 12-Jähriger im Januar 1945 in das KZ Sachsenhausen. An eine Fahrt mit der S-Bahn vom Außenlager Blankenburg zur Enttrümmerungsarbeiten im Berliner Stadtzentrum erinnert er sich besonders: «Wir saßen in denselben Waggons wie die Berliner. Einmal, ich war an diesem Tag verschüttet worden und meine Kleidung war völlig verschmutzt, saß ich bei der Rückfahrt ins Lager neben einer Frau. Ich spürte, wie sie immer näher an mich heranrückte, und als die Bahn anhielt, steckte sie mir etwas zu. Es war ein kleines Brötchen mit etwas Margarine und einer dünnen Scheibe Wurst. Ich bin immer noch gerührt, wenn ich daran denke.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 12. September 2019