Publikumspreis

Baluer Vorhang mit Spotlight

Im Rahmen des Landeslehrpreises 2026 wird ein Publikumspreis in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Interessierte können bis zum 1 Juli 2026 unter www.lehrpreis-berlin.de bzw. https://survey.lamapoll.de/Lehrpreis-Berlin-Publikumspreis über die fünf nominierten Lehrveranstaltungen abstimmen. Der/die Gewinner/in wird im Rahmen der Preisverleihung am 1. Juli bekanntgegeben.

  • Dr. Max Willert (Freie Universität Berlin): „Diskrete Strukturen für Informatik (Mathematik für Informatik 1)“ (Bachelor Informatik)
    Die Lehrveranstaltung “Diskrete Strukturen” findet im 1. Semester BA-Informatik statt und vermittelt die Grundlagen der Mathematik, die im Studium/Beruf als Werkzeug dienen. Die Lehrveranstaltung ist Teil eines von mir entwickelten, übergeordneten didaktischen Konzepts, das ein eigenes Tutoriumskonzept mit eigens geschulten Tutorinnen und Tutoren, eine koordinierte, lehrveranstaltungsübergreifende Methodenwoche sowie Interventionen umfasst, die Selbstbild, Lernstrategien und emotionales Befinden der Studierenden adressieren. Ergebnisse partizipativer Lehrentwicklung, (externe) Beforschung (z.B. zu Abbruch von Erstis) und Feedback der Studierenden fließen kontinuierlich in meine Lehrveranstaltung mit ein. Sie ist ein Beispiel für einen funktionierenden Inverted Classroom. Methoden wie das Exam Booklet werden gut angenommen und wirken Prüfungsangst entgegen.
    Weitere Informationen: https://www.fu-berlin.de/campusleben/lernen-und-lehren/2026/260519-berliner-lehrpreis/index.html
  • Dr. med. Tharusan Thevathasan (Charité – Universitätsmedizin Berlin): „Students Teach Students (STS)-Academy: Simulationstraining zu kardiologischen Notfällen im Praktischen Jahr“ (Studiengang Humanmedizin)
    Die Students Teach Students-Academy bereitet angehende Ärztinnen und Ärzte auf einen der schwierigsten Momente ihres Berufsstarts vor: den ersten echten Notfall. In realitätsnahen Simulationen trainieren Medizinstudierende im letzten Studienjahr, wie sie bei Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufschock oder Wiederbelebung schnell, sicher und im Team handeln.
    Das Besondere: Die Studierenden lernen nicht passiv im Hörsaal, sondern übernehmen selbst Verantwortung – sie entscheiden, kommunizieren, führen Teams und reflektieren ihr Handeln mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten. Dabei kommen moderne Lernmethoden zum Einsatz: interaktive Fallbesprechungen, realistische Simulationen, Smartphone-Quizze und Umfragen, Teamübungen, Poster-Challenges, Peer-Teaching und direktes Feedback durch erfahrene Ärztinnen und Ärzte. So entsteht aus Wissen echte Handlungssicherheit.
    Seit 2021 haben bereits über 150 Studierende an der STS-Academy teilgenommen. Das Ziel ist einfach, aber entscheidend: junge Ärztinnen und Ärzte besser auf kritische Situationen vorzubereiten – damit sie im Ernstfall nicht erst lernen müssen, wenn ein Menschenleben davon abhängt.
  • Prof. Iris Böhm (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin): „Klassenzimmerstücke“ (Studiengang Schauspiel)
    Ohne Bühne, ohne Vorhang, auf Augenhöhe mit dem Publikum: Im Wahlpflichtprojekt ‚Klassenzimmerstücke‘ erarbeiten maximal vier Studierende unter intensiver Betreuung eine Inszenierung, die nicht auf der Hochschulbühne gezeigt wird, sondern direkt in Berliner Schulklassen – vor jungen Menschen, von denen viele zum ersten Mal Theater erleben. Die Stücke werden passgenau für Lehrplan und Klassenstufe der Partnerschulen ausgewählt. Wenn das Spiel zwischen Tischen und Stühlen beginnt, gibt es kein Verstecken: Die Studierenden trainieren Präsenz, Flexibilität und den unmittelbaren Kontakt zum Publikum – und erleben Reaktionen, die unmittelbarer nicht sein könnten. Das anschließende Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern über Stoff, Aufführung und Beruf gehört fest zum Format. So begegnen junge Menschen dem Theater dort, wo sie sind – und Schauspielstudierende einem aufrichtigen Publikum, das es für das Theater zu gewinnen gilt.
  • Prof. Dr. Christine Hoppe (Universität der Künste Berlin): „Musikwissenschaft meets Musica inaudita. Von der Erstrecherche zur Aufführung ‚unerhörter Musiken‘“ (Fakultät Musik: Bachelor künstlerische Ausbildung, Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung, Lehramt Musik ISS/Gymnasium und Grundschule)
    Die Lehrveranstaltung verband musikwissenschaftliche Forschung mit künstlerischer Praxis und Vermittlung. In einem Tandem-Teaching mit einer Vertreterin der studentischen Initiative Musica inaudita entwickelten die Studierenden unter hoher Eigenverantwortung Recherchekompetenzen zu marginalisierten und „unerhörten“ Repertoires und setzten ihre Ergebnisse in Programmgestaltung, Text und Aufführung um: Den Abschluss bildete ein selbst organisiertes Konzert mit künstlerischen Beiträgen, Moderationen und Programmhefttexten. Auf diese Weise wurde Musikwissenschaft als zentrale Grundlage eigenständiger künstlerischen, kuratorischer und vermittelnder Praxis erfahrbar. Es wurde deutlich, dass eine nachhaltige Verankerung nicht-kanonisierter Repertoires auf Bühne, in Lehre und Curricula nur im engen Zusammenspiel von künstlerischer Praxis und fundierter wissenschaftlicher Aufbereitung und Kontextualisierung möglich ist.
    Weitere Informationen: https://www.udk-berlin.de/universitaet/fakultaet-musik/veranstaltungen-und-projekte/musikensembles/musica-inaudita/

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