An der Schnittstelle von Kunst, Geschichte und Politik untersuchen Schüler*innen den engen Zusammenhang zwischen Ort, Zeit und Werk im Leben der Künstlerin Käthe Kollwitz, die von 1891 bis 1943 am heutigen Kollwitzplatz lebte. Der öffentliche Raum wird hierbei als analoger- und taktil erfahrbarer Lernort im historischen Kontext gelesen, der sich künstlerisch aneignen lässt.
Als inhaltliche Klammer fungieren die beiden zwischen den Kriegen entstandenen Kunstwerke: „Nie wieder Krieg“ und „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“, die Käthe Kollwitz als ihr Testament bezeichnete und an denen sich die Verbindung ihres persönlichen Schicksals mit der Zeitgeschichte direkt vor Ort nachzeichnen lässt.
Die Schüler*innen durchlaufen drei inhaltlich und räumlich miteinander verbundene Stationen im Stadtraum: benutzen historische Karten, recherchieren Inschriften und Werktafeln und erfassen zeichnerisch-skizzierend zentrale Gestaltungsprinzipien.
Der Workshop schließt mit einer DIY-Werkstatt im Museum Pankow ab, die den Bogen bis in die Gegenwart spannt: Anhand von Gestaltungsbeispielen aus aller Welt wird über Kunst als Protestform nachgedacht.
Mithilfe der Technik des Schablonendruckes werden aktiv eigene Logos und Textbotschaften entwickelt und Fanzines oder Plakate gedruckt. Ziel ist es einen möglichen Weg zu Teilhabe und Partizipation an demokratischen Prozessen zu erproben und die Selbstwirksamkeit der Schüler*innen zu stärken, weil: Jede Meinung zählt!