Materialien für den Unterricht

Die De-Koloniale Spurensuche des Museums Pankow

Zwei Unterrichtseinheiten für die Sekundarstufe I

Die (de-)koloniale Spurensuche ergab: Im heutigen Stadtbezirk Pankow befanden sich zwar keine zentralen Orte und Institutionen der deutschen Kolonialzeit – weder Ministerien noch Forschungs­institute, Lobby­organi­sationen oder wichtige Firmen­sitze. Umso interessanter ist es, wie viele Spuren des deutschen Kolonialis­mus sich dennoch im Bezirk gefunden haben.

Über Biografien und Orte ließen sich Verflech­tungen mit fast allen damaligen deutschen Kolonial­gebieten aufzeigen. Es konnten Geschichten erzählt werden von wirtschaft­lichem Profit durch Kolonial­handel und Plantagen­wirtschaft. Es konnten Verbindungen zum Versklavten­handel und zum Raub von Kultur­gut auf­gedeckt werden. Es zeigte sich, wie tief der Kolonialis­mus in der damaligen Alltags-, Konsum- und Populär­kultur verankert war und wie präsent die Missions­tätigkeit in den Kirchen war. Außerdem lebten und arbeiteten Menschen aus den Kolonial­gebieten in Berlin, vor allem im Stadtteil Prenzlauer Berg. Sie erlebten hier Rassismus und An­fein­dungen, aber sie gründeten auch Familien, heirateten und bekamen Kinder.

Die beiden hier vorgestellten Unterrichts­einheiten behandeln das Thema deutsche Kolonial­geschichte regional­geschicht­lich und epochen­über­greifend. Zum einen werden konkrete Beispiele aus dem heutigen Berliner Bezirk Pankow aufgegriffen. Zum zweiten konzentrieren sich beide Unterrichts­ein­heiten nicht aus­schließlich auf das Kaiser­reich und die Zeit des Imperialis­mus, sondern sie nehmen auch die Weimarer Republik und vor allem den National­sozialismus mit ihren jeweiligen kolonial­revisionis­tischen Kräften und Tendenzen in den Blick. Darüber hinaus werden auch heutige De­batten über Entschädi­gungen und Wieder­gut­machung an­ge­sprochen und das Erinnern an den Kolonialis­mus anhand konkreter Berliner Gedenk­orte thema­tisiert.

Die Unterrichtseinheit mit dem Titel: »Migrant*innen aus den Kolonien in Berlin-Pankow« beschäftigt sich mit den Lebens­wegen von Migrant*innen aus der damaligen deutschen Kolonien Kamerun, die in erster oder zweiter Generation zwischen den 1890er und den 1940er Jahren in Berlin-Pankow lebten.

Die andere Unterrichtseinheit mit dem Titel: »Die Kolonial­aus­stellung an der Ober­realschule Pankow 1934« rekon­stru­iert eine durch ein besonders aktives Lehrer­kollegium initiierte und durch Schüler er­arbeitete Kolonial­aus­stellung in der Zeit des National­sozialismus.

Museum Pankow

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Bernt Roder

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