Lange Woche der Kiezgeschichte – Straßengeschichte(n) | Berlin-Pankow

30. Mai bis 7. Juni 2026

in den 12 Berliner Bezirken

„Straßennamen stellen über Jahr­hun­derte hinweg ein „kollektives Gedächtnis“ dar. Sie sind ein Teil der Erinnerungs­kultur. Die Straßen­be­nennung spiegelt stets die aktuellen Verhält­nisse, die Welt­an­schau­ung und Kultur bis hin zu den Herr­schafts­verhältnissen der ent­spre­chen­den Zeit wider.“
Aus der Hand­reichung des Deutschen Städte­tages zur Auf­stellung eines Kriterien­kataloges zur Straßen­benennung, 2021

Titel: Lange Woche der Kiezgeschichte – Straßengeschichte(n), 2026

Die „Lange Woche der Kiezgeschichte“ war in den ver­gangenen zwei Jahren so erfolg­reich, dass die Berliner Regional­museen das Angebot verstetigen. 2026 steht dabei ein gemein­sames Projekt im Mittelpunkt, das sich einem völlig all­täglichen und zugleich hoch umstrittenen Thema widmet: Straßen­namen.

Passend zu der Ausstellungs­reihe »UmBenennen?! Berlins Straßen­namen und ihre Geschichte« laden alle zwölf Bezirke unter dem Motto „Straßen­geschichte(n)“ dazu ein, besondere Straßen als Gedächtnis der Stadt kennen­zu­lernen. Wo hält sich das Kaiser­reich besonders hart­näckig? Sind noch Spuren der NS-Zeit in den Straßen­namen zu finden? Waren die Wellen von Um­be­nennungen 1945 und 1990 größer als die heutigen
Diskussionen um Frauen­namen und post­koloniale Erinnerung erahnen lassen?

Entdecken Sie bei Stadt­rund­gängen, Architek­tur­führungen und Diskus­sions­runden, wie Straßen in Berlin in den letzten hundert Jahren als Träger der Erinnerung an Personen, Ereignisse oder auch Ideolo­gien ge­nutzt wurden.

Alle Angebote sind kostenfrei.

Wohnblock der Wohnstadt Carl Legien von Bruno Taut, um 1930

Wohnstadt Carl Legien

Sonnabend, 30.05.2026, 15.00 Uhr | Treffpunkt: Ecke Erich-Weinert-Straße/Gubitzstraße, 10409 Berlin

Stadtspaziergang mit Helen Przibilla

Die Benennung der Straßen in der Wohnstadt Carl Legien der Architekten Bruno Taut und Franz Hillinger (1928–1930) spiegelt die wechsel­volle Geschichte Berlins im 20. Jahrhundert. Der Rund­gang be­leuchtet die konfliktreichen (Um)Benennungs­prozesse in der Weimarer Republik, nach 1933, 1945 und in den Nach­wende­jahren. Keine Architektur­führung – im Fokus steht die politische und gesell­schaft­liche Bedeutung der Straßen­namen.

Straßenschild der Cunistraße in Französisch Buchholz, 1999

Straßennamen erzählen – das französische Erbe in Buchholz

Montag, 01.06.2026, 17.00 Uhr | Treffpunkt: Buchholz Kirche, Pfarrer-Hurtienne-Platz, 13127 Berlin

Stadtspaziergang mit Stephan Krämer

Der über 750 Jahre alte Ort Buchholz wurde durch die An­siedlung von französi­schen Glaubens­flücht­lingen Ende des 17. Jahr­hunderts geprägt. Ihre Spuren sind bis heute im Ort sicht­bar und gaben dem Ort seinen charak­teristi­schen Namen „Französisch Buchholz“. Heute tragen viele Straßen die Namen der Siedler. Sie sind herzlich ein­geladen die Orts­ge­schichte ent­lang dieser Straßen zu entdecken.

Wieder aufgebaute Feuerwehr (2004) mit Schlauchturm, Kirchturm (1847) der alten Dorfkirche von Friedrich August Stüler, Karow, 2026

Vom Angerdorf zum Stadtteil – Rundgang durch Karow

Freitag, 07.06.2026, 14.00 – 16.00 Uhr | Treffpunkt: Dorfkirche Karow, Alt-Karow 14, 13125 Berlin

Ortsrundgang mit Stefan Hückler

Trotz seiner Eingemeindung 1920 hat sich Karow rund um den alten Dorf­anger mit Bauern­häusern, Feuer­wehr und Orts­kirche seinen dörf­lichen Charme bewahrt. Der Rund­gang führt ent­lang an mittel­alter­lichen Siedlungs­strukturen, Gründer­zeit­bauten sowie Ein­familien­häusern aus den 20er und 30er Jahren. Dabei verraten Straßen­namen viel über die einst dörflich geprägte Um­gebung.

  • Broschüre: Lange Woche der Kiezgeschichte – Straßengeschichte(n), 2026

    PDF-Dokument (280.7 kB)

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