Aufsichtstätigkeiten zur Kampfmittelräumung auf dem ehemaligen Flughafen TXL

geborgene Sprengmittel auf dem ehemaligen Flughafen TXL

geborgene Sprengmittel auf dem ehemaligen Flughafen TXL

Nach der Schließung des ehemaligen Flughafens Tegel im November 2020 ist noch viel zu tun – bis Mitte 2030 sollen dort Wohnungen, ein Forschungszentrum sowie ein Naherholungsgebiet entstehen:
doch bevor der TXL in neuem Glanz erstrahlen kann, muss er zuerst ein paar überfällige Altlasten loswerden.

Durch seine Vergangenheit als Schießübungsplatz, sowie nach dem 2.WK unterirdisch gelagerter, nicht transportfähiger Munition ist der Boden des ehemaligen Flughafens stark mit Sprengkörpern und kontaminiertem Bauschutt belastet.

Damit die Sicherheit während und nach dem Bauvorhaben gewährleistet werden kann, überwacht das LAGetSi u.a. einen sehr essenziellen Teil der Arbeiten – die Kampfmittelräumung unter den noch versiegelten Flächen des 500ha großen Gebiets.

Diese Arbeiten übernehmen spezialisierte Firmen, welche den Boden punktuell abtragen und mittels Siebanlage von Gefahrstoffen separieren. Hier überprüft das LAGetSi u.a., ob die beauftragten Betriebe die notwendigen Erlaubnisse nach § 7 des Sprengstoffgesetzes (SprengG) besitzen, ob die leitenden Mitarbeitenden fachkundig auf dem Gebiet der Kampfmittelbeseitigung sind und einen dementsprechenden Befähigungsschein nach § 20 SprengG vorweisen können.

Ein reibungsloser Ablauf wird weiterhin durch die Teilnahme des LAGetSi als zuständige Aufsichtsbehörde für das Sprengstoffrecht und den Arbeitsschutz an regelmäßigen Baubesprechungen und der Kontrolle der Räumstellen und der Bodensiebanlage gewährleistet.

Um die Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe nicht zu gefährden, wurden außerdem gesonderte Sprengbunker errichtet, worin Fundstücke durch Polizeifeuerwerker:innen kontrolliert gesprengt werden. Der Verschluss der Sprengmittel wird fortwährend überprüft, transportfähiges Material wird auf den Sprengplatz Grunewald verbracht und im Rahmen der nächsten Vernichtungssprengung ebenfalls unschädlich gemacht.

Während der regelmäßigen Kontrollen wurden bisher keinerlei gravierende Mängel festgestellt. Auch Arbeitsunfälle beim Umgang mit Kampfmitteln sind im Berichtszeitraum nicht eingetreten, was auf eine ordnungsgemäße Ausführung der Baumaßnahmen seitens der beauftragten Firmen zurückzuführen ist.

Um weiterhin eine unfallfreie und ordnungsgemäße Neugestaltung des ehemaligen Flughafen TXL zu gewährleisten, wird das LAGetSi das Bauvorhaben kontinuierlich begleiten und kontrollieren, um den fortlaufenden Schutz der Öffentlichkeit sowie den Arbeitnehmerschutz im Rahmen der stattfindenden Arbeiten sicherzustellen.

Schon gewusst?

Im Jahr 2022 wurden auf dem Gelände des TXL 18.800kg Kampfmittel geborgen – das ist etwa die Hälfte des gesamten Aufkommens pro Jahr in ganz Berlin.

Damit im Zusammenhang mit der Blockade Berlins 1948/49 der Flugverkehr zur Versorgung der Berliner Bevölkerung schnellstmöglich aufgenommen werden konnte, wurden vor Errichtung des TXL keine Kampfmittelräumungen durchgeführt – während des Flugbetriebs bestand nach vorigen Prüfungen jedoch keine Gefahr, da nicht in den Boden eingegriffen wurde.

Am 08.11.2020 startete der letzte Flug vom TXL, so dass in der Folge die Kampfmittelräumung an freien Flächen begonnen werden konnte.

Zahlen, Daten, Fakten

Im Jahr 2022 wurden im Sachgebiet Sprengstoffrecht insgesamt 1524 Dienstgeschäfte im Innendienst und 190 Dienstgeschäfte im Außendienst durchgeführt. Dienstgeschäfte im Außendienst:
  • 127 Besichtigungen im privaten Bereich (§ 30 + § 31 SprengG) mit 72 festgestellten Mängeln
  • 63 Abnahmen / Lagerkontrollen und Besichtigungen im gewerblichen Bereich (eigeninitiativ/auf Anlass)

Explosivstoffe

Referat IV C

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