Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin freigestellt

Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin freigestellt

Im Zuge von Untersuchungen nach anonymen Vorwürfen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin sind der Schulleiter und der Künstlerische Leiter vorübergehend vom Dienst freigestellt worden.

Staatliche Ballettschule

© dpa

Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik in Berlin.

Darüber wurden beide nach dpa-Informationen am 17. Februar 2020 informiert. Während einer Vollversammlung der Schule am Dienstag soll die Schulgemeinschaft informiert werden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte nach Hinweisen eine Kommission eingesetzt. Untersucht werden soll, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern der Ballettschule unzureichend geschützt wurde. Konkrete Vorwürfe sind bisher nicht bekannt.
Schulleiter Ralf Stabel und Künstlerischer Leiter Gregor Seyffert bestätigten der dpa die Freistellung. In gleichlautenden persönlichen Stellungnahmen hieß es, die Freistellung «erfolgte nicht, weil ich meine Dienstpflichten verletzt hätte oder weil andere von mir zu vertretende Gründe vorliegen». Vorwürfe seien stets anonym. «Es kursieren Verleumdungen, Falschbehauptungen und Anschuldigungen in der Öffentlichkeit, für die kein einziger Beleg beigebracht wurde», hieß es von Stabel und Seyffert. «Es liegen also bisher keine konkreten Fälle vor, denen ich hätte nachgehen können.» Es wäre an der Zeit, die anonymen Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und rechtlich zu bewerten, hieß es. «Aus dienstrechtlichen Gründen» wollten sich beide «zum Sachverhalt nicht weitergehend äußern».
Die anonymen Vorwürfe wurden nach Senatsangaben im September über das Internet bekannt. Anfang Januar ging in der Verwaltung ebenfalls anonym ein Dossier mit Beschuldigungen ohne Quellen ein. Die Senatsverwaltung verlangte daraufhin eine ausführliche Stellungnahme der Schulleitung und führte Gespräche mit Lehrkräften.
Aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Marianne Burkert-Eulitz, wurde «nach verschiedenen Gesprächen mit den Betroffenen deutlich, dass eine rückhaltlose Aufarbeitung unter der Leitung der Ballettschule nicht möglich ist». Deshalb sei die Entscheidung wichtig. «Wir hoffen, dass nun alle Betroffenen sich zu Wort melden und alle Vorwürfe aufgeklärt werden, damit ein Neustart der Schule gelingen kann.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 18. Februar 2020 09:58 Uhr

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