Lüdecke: Kabarett braucht mehr als Politik

Lüdecke: Kabarett braucht mehr als Politik

Seit 70 Jahren gibt es die «Stachelschweine». Nun übernimmt ein neues Team die Berliner Kabarettbühne. Leiter Frank Lüdecke verrät, was noch immer sichere Lacher bringt - und warum das trotzdem nicht mehr reicht.

Frank Lüdecke

© dpa

Der Regisseur und Leiter der «Stachelschweine» Frank Lüdecke

Der Kabarettist Frank Lüdecke führt künftig gemeinsam mit seiner Frau die Berliner Bühne «Die Stachelschweine». Die bisherigen Betreiber geben das Kabarett in der Nähe der Gedächtniskirche auch aus Altersgründen ab. «Dieses Haus finde ich großartig», sagte Lüdecke am 24. Juli 2019. Als Schüler habe er dort seine erste Kabarettvorstellung gesehen.

Spannende Themen für die Bühne gibt es reichlich

Die Zeiten sind seiner Meinung nach wieder politischer geworden. Während man in der «Mittelphase Merkel» gedacht habe, es werde alles unpolitisch, gebe es nun zum Beispiel Diskussionen über den Klimawandel, sagte Lüdecke. Genug Stoff für die Bühne also.

«Die Stachelschweine» gibt es seit 70 Jahren

Das erste Programm wurde im Herbst 1949 gezeigt. In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich das Haus zu einem der wichtigsten politischen Kabaretts in Deutschland. Zwischenzeitlich verblasste der Ruhm etwas. Kabarett müsse heute auch gesellschaftliche Strömungen aufgreifen. Politikernamen seien zwar «sichere Lacher», so Lüdecke. «Kann man auch mal machen, gehört dazu. Aber das kann nicht mehr der Kern des Kabaretts sein.» Er glaube sogar: Je mehr Politikernamen in einem Kabarettprogramm vorkämen, desto schlechter sei es.

Caroline Lüdecke übernimmt die Geschäftsführung

Frank Lüdecke kennt die Kabarettszene. Er war künstlerischer Leiter der «Distel» und tritt seit Jahren bei den «Wühlmäusen» auf. Er arbeitete etwa für die ARD-Sendung «Scheibenwischer» und für den Komiker Dieter Hallervorden. Nun hat er mit seiner Frau Caroline als Geschäftsführerin «Die Stachelschweine» übernommen.

«Viel Tunnel am Ende des Lichts» startet Ende August

Das erste Stück des neuen Ensembles soll am 31. August 2019 Premiere feiern, es heißt «Viel Tunnel am Ende des Lichts». Geplant sind auch Auftritte von Hallervorden, Kabarettist Max Uthoff und dem britischen Comedian Omid Djalili, wie Caroline Lüdecke ankündigte. Vorgesehen ist auch eine zweite kleine Bühne, auf der zum Beispiel Nachwuchstalente und Poetry Slammer auftreten könnten.

Tickets und Termine: Viel Tunnel am Ende des Lichts

DERDEHMEL / Urbschat

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. Juli 2019