Dau: Kunstprojekt hat Weltpremiere in Paris

Dau: Kunstprojekt hat Weltpremiere in Paris

Das in Berlin umstrittene und gescheiterte Kunstprojekt «Dau» hat nun Weltpremiere in Paris. Das Event startet am 24. Januar 2019.

Pflastersteine vorm Brandenburger Tor

© dpa

Aus Plastersteinen wird eine kleine Mauer vor dem Brandenburger Tor errichtet.

Dabei handelt es sich um eine Großinstallation des russischen Regisseurs Ilja Chrschanowski, die den Besucher anhand von 13 seiner Filme und durch aufwendige Inszenierungen in eine Zeitreise durch die Stalin-Ära schickt, wie die Veranstalter mitteilten. «Dau» hätte ursprünglich in Berlin im Oktober seine Weltpremiere mit einem Nachbau der Mauer haben sollen.

«Dau» in Paris kommt ohne Mauer aus

Orte für das Event in Paris sind die städtischen Theaterhäuser Théâtre du Châtelet und Théâtre de la Ville. Beide liegen sich am zentralen Platz Châtelet gegenüber und werden gegenwärtig renoviert. Im Centre Pompidou wird die Rekonstruktion eines Appartements zur Sowjet-Zeit zu sehen sein, in dem Menschen wie bei einer Reality-Schau rund um die Uhr beobachtet werden können.

In Berlin fehlten dem Projekt wichtige Genehmigungen

In Berlin war für «Dau Freiheit» der Nachbau einer rund 800 Meter langen Mauer vorgesehen, hinter der ein diktatorisches System nacherlebt werden sollte. Das Kunstevent sei an den nötigen Genehmigungen gescheitert, wie es offiziell hieß. Im Vorfeld gab es viel Kritik an dem Projekt. Menschen, die in wenigen Jahrzehnten zwei Diktaturen durchlebt hätten, bräuchten keine Belehrung darüber, was Diktatur bedeute, hatten Gegner argumentiert. In Paris ist «Dau» bis zum 17. Februar zu erleben.
Rettungswesten am Konzerthaus
© dpa

Kunstaktionen im öffentlichen Raum

Rettungswesten am Konzerthaus, ein Mauer aus Aktenordnern oder Panzersperren am Brandenburger Tor: Fotos von Kunstaktionen im öffentlichen Raum in Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 18. Januar 2019