Gemäldegalerie zeigt Sammlung Solly

Gemäldegalerie zeigt Sammlung Solly

Einem Holz- und Getreidehändler hat Berlin die Basis seiner inzwischen weltbekannten Gemäldegalerie zu verdanken.

Die Sammlung Solly 1821–2021. Vom Bilder-"Chaos" zur Gemäldegalerie (6)

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In der Gemäldegalerie wird die Ausstellung «Die Sammlung Solly 1821-2021. Vom Bilder-«Chaos» zur Gemäldegalerie» vom 03.11.2021 bis 16.01.2022 gezeigt.

200 Jahre später blickt die Ausstellung «Die Sammlung Solly 1821-2021. Vom Bilder-«Chaos» zur Gemäldegalerie» bis zum 16. Januar 2021 auf diese Anfänge zurück. Der englische Kaufmann Edward Solly (1776-1844) lebte nur wenige Jahre in Berlin. In dieser Zeit baute er aber eine beachtliche Sammlung auf. Gut 3000 Gemälde kamen zusammen. Viele waren von eher minderer Qualität - für das Kuratorenteam der Gemäldegalerie aus heutiger Sicht «Sofabilder», die vielleicht noch in das eine oder andere Wohnzimmer passen würden. Allerdings waren eben auch Meisterwerke dabei. Zu Sollys Sammlung zählten Arbeiten von Raffael, Giotto, Rembrandt, Jan van Eyck oder Hans Holbein der Jüngere.

Chaotische Sammlung

Allerdings mutete die Sammlung manchem Zeitgenossen recht chaotisch an. «Denken Sie sich eine Zusammenhäufung von circa 8-9 Tausend Bildern wovon höchstens 400 sage Vierhundert aufgestellt sind», schrieb Johann Wolfgang von Goethes Sohn August «ganz verwirrt» und mit zu hoher Schätzung im Mai 1819 an den Vater. Die Werke seien «an und über einander gehäuft in 30-40 Zimmern in Küchen, Remisen und so weiter».

Sammlung für 500.000 Taler in Gold verkauft

Im November 1821 war Kaufmann Solly knapp bei Kasse und brauchte dringend frisches Geld. Gleichzeitig wollte Berlin ein Museum aufbauen, die Gemäldegalerie wurde neun Jahre später 1830 eröffnet. Der Preußische Staat kaufte die Sammlung für 500.000 Taler in Gold. Kein gutes Geschäft für Solly, der vermutlich mit Transport und anderen Nebenkosten nach Berechnung von Kurator Robert Skwirblies wohl mehr als eine Million bezahlt hatte.

Sammlung Solly bildet Grunstock der Gemäldegalerie

Mit bis heute 700 Werken bildet die Sammlung Solly noch immer den Grundstock der Gemäldegalerie, deren Bestand etwa 3000 Arbeiten umfasst. Die aktuelle Ausstellung konzentriert sich auf zwei Räume des Museums. Zu sehen sind etwa Raffaels «Maria mit dem Kind», das um 1502 entstand. In Sollys Sammlung noch kaum beachtet, heute ein Höhepunkt in der Gemäldesammlung ist Rembrandts «Jakob ringt mit dem Engel» von etwa 1659.
Die Sammlung Solly 1821–2021. Vom Bilder-"Chaos" zur Gemäldegalerie (1)
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Fotos: Die Sammlung Solly 1821-2021

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Die Sammlung Solly 1821–2021. Vom Bilder-"Chaos" zur Gemäldegalerie (3)
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. November 2021 15:29 Uhr

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