Gipsformerei prägt seit 200 Jahren Gesicht vieler Museen

Gipsformerei prägt seit 200 Jahren Gesicht vieler Museen

Mit ihrer «unbekanntesten und verkanntesten Sammlung» aus der hauseigenen Gipsformerei will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die neue James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel eröffnen.

Gipsabdruck wird fertiggestellt

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Gipsformerei prägt seit 200 Jahren Gesicht vieler Museen.

Von August an sollen rund 200 Exemplare dieser globalen Sammlung mit Objekten aus allen Kultur- und Weltkreisen im dann zentralen Eingangsbereich für die Museen im Zentrum Berlins zu sehen sein, kündigte Christina Haak, stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen, am Dienstag in Berlin an. Die James-Simon-Galerie von Stararchitekt David Chipperfield soll am 13. Juli 2019 im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet werden.
Mit der Ausstellung «Nah am Leben» will die Gipsformerei auch ihr 200-jähriges Bestehen feiern. Die Manufaktur, die nach Angaben ihres Leiters Miguel Helfrich auch als Museumsarchiv fungiert, war 1819 durch Friedrich Wilhelm III. als Königlich Preußische Gipsgussanstalt gegründet worden. Zum Bestand gehören rund 7000 Abformungen und etwa 3000 Malmodelle, die als Vorlage für neue Aufträge dienen. In den Regalen des Baus im Stadtteil Charlottenburg lagern nicht nur mehrere nach jeweils neuester Technik geschaffene Vorlagen für Abgüsse der Nofretete, sondern auch historische Vorlagen wie etwa die Formen für das Fries des berühmten Pergamon-Altars, die noch vom Beginn des 19. Jahrhunderts datieren.
Einen Abguss davon hat die Gipsformerei gerade nach China verkauft. Die Manufaktur sei bemüht, sich finanziell selbst zu tragen, begründete Helfrich. Im Durchschnitt bedeute das einen Jahresumsatz von rund einer Million Euro. Zum Beispiel kostet eine bemalte Nofretete knapp 9000 Euro. Die Auftragsbücher sind laut Helfrich allerdings voll - mit Wartezeit.
Gipsformerei Berlin
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Gipsformerei

Die Gipsformerei zeigt über 6.000 Formen von Objekten aus der Ur- und Frühgeschichte, Ägypten, Vorderasien, Griechenland, Rom und aus dem 19. Jahrhundert. mehr

Die Museumsinsel
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. Mai 2019 09:05 Uhr

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