Die «Kristallnacht» von 1938: Ausstellung

Die «Kristallnacht» von 1938: Ausstellung

Mit der «Kristallnacht» am 9. November 1938 begann die systematische Verfolgung der Juden in Deutschland. Synagogen wurden angezündet, Geschäfte geplündert, jüdische Bürger verfolgt und Zehntausende deportiert. Rund 100 Menschen wurden ermordet. Zum 80. Jahrestag zeichnet die Ausstellung «Kristallnacht» in Berlin nun den antijüdischen Terror vom November 1938 nach und porträtiert Opfer, aber auch Täter.

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    Kurator Ulrich Baumann steht in der zur Ausstellung «Kristallnacht - Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung» im Dokumentationszentrums Topographie des Terrors vor einem Foto, das in Berlin entstanden ist.
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    Blick auf ein Foto in der Ausstellung «Kristallnacht - Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung» im Dokumentationszentrum Topographie, das die brennende Synagoge in Bielefeld zeigt.
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    Eine Besucherin geht in der Ausstellung «Kristallnacht - Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung» im Dokumentationszentrum Topographie an einem Foto vorbei, das in Bremen entstanden ist.
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    Uwe Neumärker (l), Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, und Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, stehen in der zur Ausstellung «Kristallnacht« - Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung» im Dokumentationszentrums Topographie des Terrors.
Am Beispiel von Orten wie Guntersblum (Rheinland-Pfalz), Berlin, Hof (Bayern), oder Brühl (Nordrhein-Westfalen) gibt die Schau im NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors einen Überblick über die Vernichtung jüdischen Lebens. Zu sehen sind von diesem Mittwoch an (bis 3. März 2019) auch bewegende Aufnahmen des Fotografen Roman Vishniac, der das osteuropäische Judentum in Osteuropa in den 30er Jahren porträtierte.

«Kristallnacht»will Diskussion über das Erinnern anstoßen

Mit dem Namen «Kristallnacht», der schon in der NS-Zeit verwendet wurde, wolle die Schau eine Diskussion über das Erinnern anstoßen, sagte Andreas Nachama, Direktor des Dokumentationszentrums, am Dienstag. Denn der bis heute benutzte Begriff «Novemberpogrome» sei irreführend. Das Wort Pogrome, das betonte auch Kurator Ulrich Baumann, beziehe sich historisch auf spontane Gewaltausbrüche in Osteuropa im 19. Jahrhundert. Die «Kristallnacht» sei dagegen von oben angeordnet und von den Nationalsozialisten als Ausdruck des «Volkszorns» nach dem Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris durch einen Juden gezielt in Gang gesetzt und gesteuert worden.
Erst 1978 habe die Erinnerung an den Novemberterror in einer größeren Öffentlichkeit Anklang gefunden. «Die Zeit war dafür reif», sagte Baumann - auch durch die Ausstrahlung der US-Serie «Holocaust». In der DDR sei damals die Zahl der Gedenktage auch sprunghaft gestiegen. Mitinitiatorin der Ausstellung «Kristallnacht» ist die Stiftung Mahnmal für die ermordeten Juden Europas.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 7. November 2018