Schülerbefragung: Tabak-und Alkoholkonsum weiter abgenommen

Schülerbefragung: Tabak-und Alkoholkonsum weiter abgenommen

Brandenburger Schülerinnen und Schüler rauchen einer Befragung zufolge weniger und trinken auch weniger regelmäßig Alkohol als noch vor 16 Jahren. Das mittlere Alter für den ersten Rausch liegt demnach aktuell bei rund 14 Jahren. Befragt wurden landesweit gut 6100 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, also etwa 16-Jährige, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Wein

© dpa

Gäste stoßen in einem Restaurant mit ihren Weingläsern an.

Der Umfrage zufolge ging der regelmäßige Alkoholkonsum in den vergangenen 16 Jahren kontinuierlich zurück. 2005 tranken noch 18 Prozent der Schülerinnen und 34 Prozent der Schüler mindestens einmal die Woche. 2021 waren es noch knapp 10 Prozent der Schülerinnen und 14 Prozent der Schüler. Allerdings stieg der Alkoholkonsum bei den Mädchen im Vergleich zur letzten Umfrage im Jahr 2017 leicht. Vor vier Jahren waren es noch 8,4 Prozent der Mädchen, die regelmäßig Alkohol tranken.
Der Konsum von Tabak sank bei den Jugendlichen der 10. Klassen deutlich - von 41 Prozent im Jahr 2005 auf rund 10 Prozent im Jahr 2021. Weniger als 7 Prozent der Schüler an Gymnasien rauchen regelmäßig. In anderen Schultypen wird der Umfrage zufolge deutlich mehr geraucht, etwa in Oberschulen und Förderschulen. Dort beträgt der Anteil der Rauchenden rund 20 Prozent.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) nannte die Ergebnisse einen erfreulichen Trend. «Dennoch wird gerade Alkohol nach wie vor in unserer Gesellschaft verharmlost. Deshalb ist es auch weiterhin notwendig, gemeinschaftlich auf Prävention von Tabak- und Alkoholkonsum zu setzen», betonte sie.
Auch der Medienkonsum spielte in der Befragung eine Rolle - speziell Cybermobbing und Glücksspiele. Demnach ist der Anteil der Jugendlichen, die Glücksspiele spielen, insgesamt sehr gering. Der Anteil Jugendlicher, die Opfer von Cyber-Mobbing waren, ist bei Mädchen mit 17,1 Prozent deutlich höher als bei Jungen mit 5,8 Prozent. Besonders häufig sind Jugendliche an Förderschulen betroffen. 21,5 Prozent gaben an, bereits Opfer von Cyber-Mobbing geworden zu sein.
Der Konsum illegaler Drogen blieb der Umfrage zufolge relativ gering. 6,2 der befragten Mädchen und Jungen konsumieren demnach mindestens 1 bis 3 mal im Monat Haschisch beziehungsweise Marihuana. 4,9 Prozent der Mädchen und 3 Prozent der Jungen nehmen genauso häufig stimmungsbeeinflussende Medikamente zu sich.
Die Ergebnisse der Befragung sollen die Grundlage für weitere Aktivitäten der Suchtpräventionsfachkräfte im Land Brandenburg sein. Das Gesundheitsministerium fördert Suchtprävention und Suchthilfe nach eigenen Angaben jährlich mit rund 1,9 Millionen Euro.
Es ist die mittlerweile fünfte Umfrage zum Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen, angeregt durch die Landessuchtkonferenz. Die erste Befragung dazu fand nach Angaben des Ministeriums im Jahr 2005 statt, danach alle vier Jahre.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. Dezember 2021 14:26 Uhr

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