Märkische Kommunen wollen Klimaschutz verbessern

Märkische Kommunen wollen Klimaschutz verbessern

Zahlreiche Städte und Landkreise in Brandenburg setzen auf besseren Klimaschutz. Dazu sind zuletzt vielerorts Konzepte erarbeitet und Projekte umgesetzt worden. So hat die Landeshauptstadt Potsdam etwa einen Masterplan entwickeln lassen, mit dem sie bis 2050 nahezu Klimaneutralität erreichen will, also ein Gleichgewicht zwischen Kohlenstoffemissionen und Kohlenstoffaufnahme aus der Atmosphäre. «Potsdam muss mehr tun und kann es auch, der Masterplan soll den Weg dahin aufzeigen», sagt Stadtsprecherin Christine Homann.

Im 2017 beschlossenen Plan seien konkrete Klimaschutz-Maßnahmen formuliert. Etwa eine konsequente energetische Gebäudesanierung, grüne Fernwärme sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. «Im Ergebnis konnten am Ende 157 Einzelmaßnahmen in acht Handlungsfeldern entwickelt werden», berichtet die Sprecherin. Diese seien auch nach ihrem Beitrag zur Energie- und Kohlenstoffdioxid (CO2)-Reduktion sowie ihren Kosten bewertet worden.
Mit diesem Maßnahmenpaket könnte Potsdam bis zum Jahr 2050 seinen CO2-Ausstoß auf dann 110.500 Tonnen senken. «Das wäre eine Reduktion gegenüber 1995 um rund 92 Prozent», sagt Homann. Damals seien noch 1,3 Millionen Tonnen ausgestoßen worden, 2014 seien es nur noch 880.000 Tonnen gewesen.
Während Potsdam seinen Masterplan schon umsetzt, ist in Cottbus für das kommende Jahr die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes vorgesehen. 2013 ist dort schon ein kommunales Energiekonzept beschlossen worden. Laut Stadtsprecher Jan Gloßmann sind dieses Jahr 63 Prozent der geplanten 86 Maßnahmen aus 13 Themenbereichen umgesetzt worden. Größte Erfolge habe die Stadt im Bereich der energetischen Sanierung und beim Neubau zu verzeichnet. In Sachen erneuerbare Energieträger hinke sie aber noch hinterher.
In Oranienburg (Oberhavel) entsteht unter Regie der neuen Klimaschutzbeauftragten gerade ein umfangreiches Konzept, das voraussichtlich im Sommer der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wird. «Aktuell befindet sich die Datenerhebung der gesamten städtischen Treibhausgas-Emissionen in der Endphase», informiert Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer. Darauf basierend würden dann die Klimaziele formuliert und durch geeignete Maßnahmen unterlegt.
Parallel passiere aber schon jetzt eine ganze Menge. Auf den Dächern städtischer Gebäude würden nach und nach Photovoltaikanlagen installiert, die Innenbeleuchtung werde auf LED umgerüstet und der Strom aus ökozertifizierter Wasserkraft bezogen. «Seit 2012 tauschen wir die bisherigen Leuchten der Straßenlaternen durch energieeffiziente Leuchten aus, wodurch schon 27 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden konnte», sagt die Stadtsprecherin. Ein Klimaschutzprojekt starte demnächst an Schulen, eine Kampagne zur Müllvermeidung laufe an, ein Konzept, den Fußverkehr weiter zu stärken, sei in Arbeit.
Die Verwaltung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin hatte bereits vor zehn Jahren eine Photovoltaikanlage auf einem Verwaltungsgebäude für 125.000 Euro errichten lassen. «Die hat im vergangenen Jahr rund 30.000 Kilowattstunden erzeugt, wovon rund 25.000 durch die Kreisverwaltung zur Deckung des Eigenverbrauches genutzt worden sind», berichtet Kreissprecher Alexander von Uleniecki. Für energetische Sanierungen habe man zuletzt insgesamt 3,2 Millionen Euro investiert. Energiesparende Lösungen würden bereits im Rahmen der Planungen für den Neubau eines Zentralen Kreisarchivs in Neuruppin oder den Bau einer kombinierten Feuer- und Rettungswache in Wildberg betrachtet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 26. Dezember 2021 11:18 Uhr

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