Messer-Attacke auf Nebenbuhler: Bewährungsstrafe verhängt

Messer-Attacke auf Nebenbuhler: Bewährungsstrafe verhängt

Für eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen Nebenbuhler hat das Landgericht Neubrandenburg einen Mann aus Strasburg (Vorpommern-Greifswald) zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. «Sie können von Glück sagen, dass das Opfer nicht gestorben ist», sagte Richterin Daniela Lieschke in der Urteilsbegründung am Freitag. Der 46-Jährige wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, ist aber noch nicht rechtskräftig. Der anfangs angeklagte «versuchte Totschlag» war fallengelassen worden.

Justitia

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

Der Verurteilte hatte eingeräumt, im April 2020 in seiner Wohnung den Liebhaber seiner Lebensgefährtin aus Wut mit einem Messer angegriffen zu haben. Er hatte seine Lebensgefährtin und den Freund durch Zufall beim Frühstück überrascht, weil er auf der Fahrt zur Werkstatt einen Schlüssel zu Hause vergessen hatte. Das 53-jährige Opfer stammt aus Prenzlau (Brandenburg) und wurde mit vier Stichen lebensgefährlich verletzt.
Der Mann, der von dem festen Partner seiner Bekanntschaft wohl nichts geahnt hatte, konnte nach der Auseinandersetzung noch aus der Wohnung flüchten. Nachbarn sahen den Schwerverletzten und holten Hilfe. Einem Gutachter zufolge wäre der Mann ohne Notoperation gestorben, da Leber und andere innere Organe verletzt waren und der Bauchraum geöffnet war.
Das Gericht hielt dem Verurteilten zu Gute, dass er im «Zustand höchster affektiver Erregung» gehandelt hat. «Es war eine sehr ungewöhnliche Situation», sagte Lieschke. Die Frau hatte ihren Lebensgefährten am Vorabend gebeten, woanders zu schlafen, da sie einen «Mädelsabend» machen wollte. Der 46-Jährige fuhr zu Freunden. Als er nachts aber doch zu Hause schlafen wollte, erklärte ihm die Frau per Handynachricht, dass «ihre Freundin» bei ihr schlafe. Der 46-Jährige kam trotzdem und schlief im Wohnzimmer, um die «Freundinnen» nicht zu stören. Morgens fuhr er zur Werkstatt, dann brauchte er den Schlüssel und kam zurück.
Im Prozess vereinbarten beide Seiten, dass der Verurteilte 8000 Euro Schmerzensgeld und alle weiteren Behandlungskosten übernehmen soll. «Sie sind finanziell durch die Tat ruiniert», sagte die Richterin. Beim Geschädigten hat sich der Verurteilte entschuldigt. Mit dem Urteil folgte das Gericht der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine kürzere Freiheitsstrafe verlangt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. Dezember 2021 14:39 Uhr

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