Brandenburger Apothekerverband: Für Corona-Impfungen bereit

Brandenburger Apothekerverband: Für Corona-Impfungen bereit

Die Brandenburger Apotheker stehen nach Angaben des Landesapothekerverbandes prinzipiell bereit für Corona-Schutzimpfungen. «Wichtig ist aber, dass zunächst entsprechende Regularien dafür vorliegen», sagte Mathias Braband-Trabandt, Sprecher des Landesverbandes, auf Anfrage. Am Freitag soll der Bundesrat in einer Sondersitzung über Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen. Dazu gehört das Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der Pandemie.

Apotheken in Brandenburg

© dpa

Das Erkennungszeichen für öffentliche Apotheken hängt an einer Hauswand in Oldenburg.

Der Apothekerverband erwartet im Vorfeld des Starts der Impfaktionen durch Berufskollegen, dass aber noch eine Fortbildung mit einem entsprechenden Qualifikationsnachweis notwendig wird.
Vergangenen Donnerstag hatten Bund und Länder beschlossen, dass zur Eindämmung der Corona-Pandemie künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen.
Bei der geplanten Ausweitung der Impfungen auch auf Apotheken äußerte die Kassenärztliche Vereinigung berufsrechtliche Probleme. Es müssen viele Fragen etwa rund um Qualifikation, Haftungsrisiken und Dokumentation geklärt werden, hieß es. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sieht die Ausweitung der Impfmöglichkeiten positiv.
Im Moment impfe in Brandenburg kein Apotheker, sagte Braband-Trabandt. In anderen Bundesländern liefen seit zwei Jahren Modellversuche zu Grippeschutzimpfungen in Apotheken. Da sei Brandenburg aber nicht dabei. Er denke aber, dass die Brandenburger Apotheker dafür geeignet seien. «Man muss aber erstmal sehen, was im Gesetz letztendlich geregelt wird, um die Angebote unter anderem zur Fortbildung für die Apotheker festzulegen», sagte der Sprecher.
Zu klären seien auch Haftungsfragen. Die entsprechende Rechtsgrundlage muss vor dem Start von Corona-Impfungen durch Apotheker zunächst neu geschaffen werden, sagte er. Das müssten Berufskollegen dann gegebenenfalls auch mit ihren Berufshaftpflichtversicherungen klären.
Auch die Bezahlung der Berufskollegen müsse noch festgelegt werden. «Unsere Forderung ist: gleiche Bezahlung wie bei beispielsweise bei einem niedergelassenen Hausarzt.»
«Wir plädieren für einen möglichst niederschwelligen Zugang zu den Impfungen», sagte der Sprecher. In der Regel seien in den Apotheken Beratungsräume vorhanden. Er denke, dass sich der Aufwand für einige Apotheken lohnen werde. «Allerdings wissen wir schon heute, dass sich nicht alle beteiligen werden, vor allem nicht in ländlichen Gebieten», sagte er. Grund sei der Personalmangel.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 8. Dezember 2021 07:39 Uhr

Aktuelle Meldungen aus Berlin