Attacke auf Nebenbuhler - Opfer: Ich war ahnungslos

Attacke auf Nebenbuhler - Opfer: Ich war ahnungslos

Im Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke wegen eines Seitensprungs hat der Geschädigte von einem gezielten Angriff berichtet. «Das ging alles sehr schnell, ich habe das damals erst gar nicht verstanden», sagte der 53-jährige Mann aus Prenzlau (Brandenburg) am Dienstag vor dem Landgericht Neubrandenburg.

Beim schnellen Hinausgehen habe er erst gesehen, dass der 46-jährige Angeklagte, dem versuchter Totschlag vorgeworfen wird, damals ein Faustmesser in der Hand hatte. Der Vorfall hatte sich im April 2020 in der Wohnung des Angeklagten und seiner Lebensgefährtin in Strasburg (Vorpommern-Greifswald) ereignet.
Der Geschädigte hatte bei der 45-jährigen Frau übernachtet, die ihren Lebensgefährten unter dem Vorwand, dies sei ein «Mädelsabend», weggeschickt hatte. Dieser hatte die beiden aber am nächsten Morgen beim Frühstück überrascht.
Der Angeklagte hatte beim Prozessauftakt ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe damals aus Wut ein Messer gegriffen und in Richtung des Kontrahenten gestoßen. Von lebensgefährlichen Bauchverletzungen habe er nichts gewusst.
Der Geschädigte erklärte, er kenne die Frau seit drei Jahren. Von ihrer Beziehung zum Angeklagten habe er nichts gewusst. Die Frau hatte vor Gericht gesagt, der Angeklagte und sie seien seit 2008 zusammen. Die Beziehung habe aber darunter gelitten, dass der Angeklagte 2017 mehrfach fremdgegangen sei. Daher habe sie auch per Internet einen Freund gesucht.
Der Geschädigte floh mit mehreren Stichen in Bauch und Rücken, eine Notoperation rettete ihm das Leben. Der Prozess wird am 10. Dezember fortgesetzt. Dann soll ein Gutachter die Gefährlichkeit der Wunden einschätzen. Danach will das Landgericht die Plädoyers hören und den Prozess möglichst abschließen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Dezember 2021 15:31 Uhr

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