Ost-Unternehmen: Aus- und Weiterbildung für Fachkräfte

Ost-Unternehmen: Aus- und Weiterbildung für Fachkräfte

Ostdeutsche kleine und mittelgroße Unternehmen wollen mit mehr Aus- und Weiterbildung sowie gezielter Zuwanderung den Fachkräftemangel lindern. Sie fordern dafür mehr staatliche Unterstützung: «Die Auftragsbücher von IT-Dienstleistern sind voll, von Neueinstellungen in diesem Bereich können unsere Mitgliedsunternehmen meist nicht mal träumen», sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin, Burkhardt Greiff, am Mittwoch in Potsdam. Die Politik müsse die Aus- und Weiterbildung nachhaltig unterstützen. Zugleich müsse eine «überbordende Bürokratie» bei der Gewinnung von Fachkräften über das Zuwanderungsgesetz hinterfragt werden.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) forderte eine größere Fokussierung auf Zukunftsbranchen wie etwa die Gesundheitstechnik. «Ich glaube, da müssen wir ganz anders diese Berufe vermitteln, dann haben wir auch dort eine Chance, tatsächlich die jungen Menschen zu begeistern.» Er nannte es einen Fehler, dass in der Vergangenheit stark auf das Abitur als Bildungsweg gesetzt worden sei. Auch mit dualer Ausbildung komme man zu konkurrenzfähigen Lebensperspektiven. Nötig sei auch, besser den «Spurwechsel» von Flüchtlingen hin zu Fachkräften hinzubekommen.
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des Instituts der deutschen Wirtschaft empfahl kleinen Unternehmen in einer Studie im Oktober eine professionellere Personalarbeit, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.
Mehr als 100 Unternehmer trafen sich beim Ostdeutschen Unternehmertag in Potsdam. Die Interessengemeinschaft ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss regionaler Verbände, der die Interessen von rund 22.000 Unternehmern, Handwerkern, Selbstständigen und Freiberuflern der klein- und mittelständischen Wirtschaft vertritt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 1. Dezember 2021 17:42 Uhr

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