Neues Kapitel für Levy: «Bin schon ein bisschen aufgeregt»

Neues Kapitel für Levy: «Bin schon ein bisschen aufgeregt»

An diesem Samstag steigt Maximilian Levy bei der neuen Champions League in Litauen nochmals auf sein Hightech-Bahnrad. Vom Sonntag an erklärt der 34-Jährige dem Nachwuchs, wie man am besten der Konkurrenz das Hinterrad zeigen kann. Nur Stunden nach dem zweiten Rennen in Panevezys (Eurosport, live ab 17.30 Uhr) beginnt für Levy in Frankfurt (Oder) auch praktisch seine neue Aufgabe als Junioren-Bundestrainer der Sprinter. In der Oderlandhalle versammelt der viermalige Weltmeister die besten Juniorinnen und Junioren erstmals zum Nationalmannschafts-Lehrgang.

Maximilan Levy

© dpa

Der Cottbuser Bahnradfahrer Maximilan Levy.

«Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, weil ich denke, es wird eine spannende Zeit. Natürlich ist es auch eine Umstellung für mich. Ich bin zurzeit eigentlich rund um die Uhr am Organisieren. Ich lerne jetzt jeden Tag, wie viel Aufwand hinter so einem Trainingslager steckt. Da hatte man als aktiver Radsportler eher einen relativ einfachen Blick darauf», sagt Levy.
Zwölf Sportler - sieben Sprinter und fünf Sprinterinnen - begrüßt der Cottbuser zu seiner ersten Maßnahme für den Bund Deutscher Radfahrer seit seinem Amtsantritt am 1. November. Mit einigen hat er auch schon mal trainiert. «Aber jetzt bin ich für alle Herr Levy - das macht die Ansprache einfacher», sagt er.
Nicht selten hat Levy zurzeit 14-Stunden-Tage, führt Gespräche an den Olympiastützpunkten mit den Heimtrainern und seinen Sportlern. Zeit für sein eigenes Bahntraining oder seine Triathlon-Ambitionen bleiben gerade selten.
«Ich bin etwas gefangen zwischen meinem alten und neuen Leben und versuche für mich eine Organisationsstruktur zu finden», sagt Levy. Als dreifacher Vater muss er zudem zusammen mit Ehefrau Madeleine auch sein Familienleben organisieren - das geht nur mit klaren Regeln. «Sicherlich wird Disziplin eine Rolle spielen. Ich möchte schließlich keinen Sauhaufen trainieren. Ich weiß, wie es sich mit drei Kindern lebt. Das geht nur mit einer gewissen Ordnung», sagt Levy.
Anpassungsschwierigkeiten erwartet er nicht. Einige Sportlerinnen wie Clara Schneider aus Finsterwalde (dreimal Silber Junioren-WM 2021) gehen in ihr zweites Junioren-Jahr, andere kennen Regeln aus der Sportschule oder dem Leben im Sportinternat. «Ich denke, damit werden wir keine Schwierigkeiten haben. Am Ende will ich vermitteln, dass wir mit Freude viel erreichen können», sagt Levy.
Sportlich will der Cottbuser sein Know-how aus eineinhalb Jahrzehnten auf Top-Niveau mit drei Olympia- und zehn WM-Medaillen einbringen. «Der Bahnradsport ist wesentlich professioneller und schneller geworden. Die deutschen Junioren fahren aber nicht schneller als ich vor 15 Jahren. Daran müssen wir arbeiten - sonst wird der Schritt in der Elite immer größer», erklärt Levy.
Deshalb hat er auch trainingsmethodisch Ideen im Gepäck. «Es geht mir um ein nachhaltiges System. Wir wollten in der Vergangenheit zu früh Medaillen gewinnen. Das will ich natürlich auch. Am Ende geht es aber um Basics, um dann den nächsten Schritt zu gehen», sagt Levy vor seinem ersten Lehrgang als Junioren-Bundestrainer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 26. November 2021 13:32 Uhr

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