Keine Nachverfolgung aller Corona-Kontakte möglich

Keine Nachverfolgung aller Corona-Kontakte möglich

In Brandenburg können wegen der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen nach Angaben der Landesregierung nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgt werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Landkreis Elbe-Elster erstmals über die Marke von 1000 auf knapp 1120.

Brandenburger Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft

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Michael Ranft, Brandenburgs Staatssekretär für Soziales, Gesunheit und Integration.

Das Gesundheitsministerium empfahl den Landkreisen und kreisfreien Städten am Donnerstag, stärker Prioritäten bei der Kontaktverfolgung und der Quarantäne-Überwachung zu setzen. «Die derzeitige diffuse Infektionslage ist sehr ernst und besorgniserregend», sagte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft. 165 Soldatinnen und Soldaten seien zum Einsatz in Kommunen, etwa bei der Kontaktverfolgung.
Das Ministerium riet den Kreisen und Städten, dass nur noch die engsten Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Vorrang sollen Ausbrüche in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeheimen haben, danach erst soll es um Ausbrüche in Kitas, Schulen und Horten gehen. «Das Infektionsgeschehen spielt sich insbesondere in der Gruppe der Ungeimpften und der über 70-Jährigen mit noch ausstehender Auffrischimpfung ab», heißt es in dem Schreiben an die Landräte und Oberbürgermeister, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Unter den Bundesländern mit den verhältnismäßig meisten Infektionen liegt Brandenburg nun an vierter Stelle im Ländervergleich hinter Sachsen, Bayern und Thüringen. In den vergangen sieben Tagen wurden 465,9 Infektionen je 100 000 Einwohner gemeldet, wie aus Zahlen des Robert Koch Instituts hervorgeht. Vor einer Woche waren es 285,7. Besonders der Süden des Landes ist betroffen. Während der Wert im Landkreis Elbe-Elster bei 1119,8 lag, waren es im Kreis Oberspreewald-Lausitz 848,7, in Märkisch-Oderland im Nordosten des Landes dagegen nur 242,9.
Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski forderte angesichts der Rekord-Inzidenz mehr Hilfe für die Krankenhäuser in Südbrandenburg. «Noch ist die Lage beherrschbar, aber die Lage ist sehr angespannt», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
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«Ich fordere seitens des Landkreises, seitens unserer Krankenhäuser hier im Süden des Landes Brandenburg eine schnellstmögliche operative Übernahme der Verteilung der Krankenhausbetten beziehungsweise der Corona-Fälle im Land Brandenburg.» Die Patienten müssten gleichmäßig verteilt werden. Das Problem sei, dass Fachkräfte fehlten. Der Kreis grenzt an Sachsen, das bundesweit am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffen ist.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind 11,6 Prozent der betreibbaren Intensivbetten in Brandenburg mit Covid-19-Intensivpatienten belegt. Die Impfungen nehmen derweil zu: Rund 1,55 Millionen Brandenburgerinnen und Brandenburger sind vollständig geimpft, das sind 16 146 mehr, als am Vortag gemeldet wurden. Bisher haben 113 677 Menschen eine Auffrischungsimpfung. Nach dem Divi-Intensivregister waren im Kreis Elbe-Elster elf von zwölf Intensivbetten belegt, allerdings nicht mit Covid-19-Patienten. Wie viele Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung dort auf Normalstationen liegen, war unklar.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. November 2021 17:00 Uhr

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