Brandenburg gedenkt Opfer der Pogromnacht 1938

Brandenburg gedenkt Opfer der Pogromnacht 1938

Mit zahlreichen Veranstaltungen ist in Brandenburg am Dienstag der Opfer des Pogroms am 9. November 1938 gedacht worden. Die brutalen Gewaltverbrechen der Nationalsozialisten an der jüdischen Bevölkerung vor 83 Jahren seien ein Schandfleck, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). «Ich fühle Scham und Trauer angesichts dieser Exzesse und des folgenden Vernichtungsfeldzugs», sagte er.

Leider seien wieder zunehmend abscheuliche Angriffe und offener Antisemitismus zu erleben. Diese Entwicklungen dürften niemals übersehen oder ignoriert werden. Mit der Grundsteinlegung zur neuen Synagoge am 8. November in Potsdams habe sich Brandenburg zum Judentum in Brandenburg bekannt.
Der 9. November vereine Leid und Freude miteinander, sagte Woidke. Der Mauerfall vor 32 Jahren sei ein Glanzlicht der deutschen Demokratiegeschichte. Zudem hatte vor 103 Jahren Philipp Scheidemann vom Reichstagsgebäude in Berlin die erste deutsche Demokratie ausgerufen. Er befürworte die Bestrebungen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, am 9. November ein regelmäßiges institutionalisiertes Gedenken zu installieren, das allen drei Ereignissen gerecht werde, sagte der Ministerpräsident.
In Cottbus wurde mit einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die alte Synagoge der Opfer gedacht. In der Nacht des 9. November 1938 war die Synagoge ebenso wie Tausende jüdische Gotteshäuser in Deutschland in Brand gesteckt worden. «Wir brauchen eine umfassendere Bildung gerade zu diesen Ereignissen und Fragen», sagte Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Es gebe heute junge Erwachsene, die allein schon mit dem Datum nichts mehr anfangen könnten. Gedenkveranstaltungen waren auch in Potsdam, Oranienburg, Frankfurt (Oder) und Rheinsberg geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. November 2021 16:44 Uhr

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