120 Migranten täglich an der Grenze erfasst

120 Migranten täglich an der Grenze erfasst

Im neuen Registrierungszentrum für Migranten in Frankfurt (Oder) werden nach Angaben der Bundespolizei derzeit täglich bis zu 120 Menschen aufgenommen. Kapazität sei für eine Erfassung von 400 Menschen, wie Sprecher Jens Schobranski vor Ort am Freitag mitteilte. Eine Entspannung der Lage sei derzeit nicht erkennbar, es bestehe immer noch ein hoher Migrationsdruck.

Das Registrierungszentrum, das am Dienstag seine Arbeit aufnahm, entlastet die Zentrale Ausländerbehörde des Landes. Brandenburg erwartet nach Angaben des Innenministeriums für die nächsten Monate noch mehrere Tausend Menschen, die über Belarus und andere EU-Staaten nach Deutschland kommen. In dem Frankfurter Gebäudekomplex mit einer Halle zur Unterbringung der Angekommenen werden die Migranten versorgt, polizeilich erfasst und dann auf andere Bundesländer verteilt. Dort können sie dann Asylanträge stellen.
«Das Zentrum entlastet die zentrale Ausländerbehörde des Landes und bei Bedarf besteht die Möglichkeit die Kapazität zu erhöhen», erklärte Wolfgang Meier vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Seine Behörde unterstützt mit bis zu sechs Mitarbeitern die Ausländerbehörde bei der Verteilung der Geflüchteten auf andere Bundesländer. Bislang waren die Migranten, die über die polnische Grenze nach Brandenburg gelangten, in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Eisenhüttenstadt gekommen. «Irgendwann sind wir an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen und mussten umdenken», berichtete der Bundespolizeisprecher. Auch mit Blick auf den Winter und die beengte Unterbringung in Zelten habe man umdenken müssen. Der Standort Eisenhüttenstadt sei nicht ausbaufähig gewesen.
Die Bundespolizei hat das Zentrum im Ortsteil Markendorf zu einer Art Bearbeitungsstraße eingerichtet. An zehn Befragungsplätzen werden die Personalien der Angekommenen aufgenommen, unter anderem wird nach der Art der Einreise gefragt, Daten werden erfasst und Fingerabdrücke genommen. Zur Befragung werden Dolmetscher hinzugezogen, die rund um die Uhr im Einsatz sind.
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Vor etwa zwei Wochen waren noch 1406 Migranten in der Einrichtung in Eisenhüttenstadt, die nicht verteilt werden konnten, weil die Bearbeitungskapazität nicht da war, wie Meier berichtete. Mit Stand Donnerstag seien nur noch 742 Menschen in der Einrichtung. Das sei schon eine positive Entwicklung. Die Verteilung müsse möglichst schnell passieren, um den Menschen nach den Strapazen, die sie erlebt haben, einen langen Behördenprozess zu ersparen.
Insgesamt dauert die Bearbeitung der Bundespolizei zufolge mehrere Stunden, je nachdem, wie viele Geflüchtete aufgenommen wurden. Für sie stehen in einer Halle auch Schlafplätze bereit.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. November 2021 15:36 Uhr

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