Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Heim

Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Heim

Der Landkreis Barnim hat die Zahl der Toten nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Schorfheide am Werbellinsee richtiggestellt. Es seien zwölf Tote, sagte Sprecher Robert Bachmann am Dienstag. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte am Montagabend in der rbb-Sendung «Brandenburg Aktuell» von 14 Toten gesprochen. Bachmann stellte die Zahl zunächst auf elf richtig. Am Abend teilte er dann mit, dass ein weiterer 86-jähriger Bewohner gestorben sei. Wie es zu dem Missverständnis bei der Ministerin kam, blieb zunächst offen. Die Zahl 14 sei falsch, sagte auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag.

Altenheim

© dpa

Ein Schild weist auf ein Altenheim hin.

Unterdessen plant die Landesregierung, eine tägliche Testpflicht für ungeimpfte Pflegekräfte einzuführen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll diese Testpflicht ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 für alle Pflegekräfte in Einrichtungen gelten, die keine Impfung oder Genesung nachweisen können. Festgelegt werden soll dies bereits am Dienstag im Kabinett in der neuen Corona-Umgangsverordnung.
Gesundheitsministerin Nonnemacher hatte bereits am Montag für eine verstärkte Testpflicht vor allem in den vulnerablen Bereichen in Pflegeheimen und Klinken plädiert. Eine Impfpflicht sei wegen hoher juristischer Hürden nicht so leicht umsetzbar, sagte sie in einem Interview mit dem rbb.
Auch die oppositionelle Linksfraktion im Landtag sprach sich für tägliche Tests der Arbeitskräfte in Pflegeheimen aus. Zudem müssten die weiteren an Covid-19 erkrankten Menschen in dem Heim besser versorgt werden, forderte Fraktionschef Sebastian Walter. «Die Heimaufsicht muss gemeinsam mit den Gesundheitsämtern dafür sorgen, dass die Erkrankten in Krankenhäuser kommen», forderte er.
Aktuell sind 44 Bewohner und 17 Mitarbeitende der Einrichtung im Ortsteil Altenhof an Covid-19 erkrankt. Die meisten der Gestorbenen seien über 80 Jahre alt gewesen, alle hätten Vorerkrankungen gehabt, berichtete Kreissprecher Robert Bachmann. Seinen Angaben zufolge liegt laut Amtsärztin Heike Zander die Impfquote der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einrichtung bei lediglich etwa 50 Prozent.
Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte, tägliche Testungen des Personals in der ambulanten und stationären Pflege seien nicht ausreichend. «Weil auch Geimpfte das Virus in sich tragen und weitergeben können.» Daher seien tägliche Testungen bei allen Pflegebedürftigen, Mitarbeitern und Besuchern notwendig, sagte Brysch der dpa.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. November 2021 17:26 Uhr

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