Nonnemacher warnt: Corona-Impfungen noch nicht ausreichend

Nonnemacher warnt: Corona-Impfungen noch nicht ausreichend

Fast ein Dreivierteljahr nach dem Start der Corona-Impfungen haben 56 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger den kompletten Schutz. Rund 1,4 Millionen Menschen seien vollständig geimpft, berichtete das Gesundheitsministerium am 13. September 2021.

Impfung

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Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt.

Bei den 18- bis 59-Jährigen haben 57,6 Prozent den ganzen Schutz, bei den über 60-Jährigen 78,1 Prozent. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält das noch nicht für ausreichend. Sie verwies auf die bundesweite Aktionswoche, die am Montag begann, und rief zum Impfen auf. «Das ist wichtig. Denn noch ist die Bevölkerung nicht in ausreichendem Maße durch eine Impfung immunisiert.»
Wer noch nicht geimpft ist, kann das zum Beispiel am Dienstag (14. September 2021) von 12.00 bis 18.00 Uhr beim Familienimpftag im Gesundheitsamt Forst (Lausitz) machen. Am Mittwoch ist Impfen an der Förderschule Prenzlau möglich (9.00 bis 13.00 Uhr), am Donnerstag lädt das Deutsche Rote Kreuz in Neuruppin zum Familien-Impfen (17.30 Uhr bis 20.30 Uhr) ein. Am Freitag können Interessierte den Schutz im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg von 16.00 bis 19.00 Uhr bekommen, bevor der SV Babelsberg 03 gegen Tennis Borussia Berlin spielt. Am Samstag ist Impfen in Potsdam auf der Hegelallee möglich (10.00 bis 22.00 Uhr).
Mit der Quote der vollständigen Impfung liegt Brandenburg im Ländervergleich hinter Sachsen auf dem zweitletzten Platz, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Die Zahl neuer nachgewiesener Corona-Ansteckungen in Brandenburg pro 100.000 Einwohner in einer Woche stagniert. Sie lag am Montag erneut bei 43,4. In Cottbus liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100, in Frankfurt (Oder) nur bei 3,5. Die Gesundheitsämter meldeten landesweit 61 neue Corona-Fälle, von mehreren Landkreisen und Städten lagen aber keine neuen Zahlen vor. 50 Menschen sind wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus.
Das Kabinett berät am Dienstag über die Einführung einer «2G»-Regel ähnlich wie in Hamburg, nach der Gastwirte oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen. Dann sollen Auflagen entfallen. Seit Montag gilt eine verschärfte Testpflicht für Volksfeste, Fußballspiele und Open-Air-Kinos im Freien, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 20 liegt - das ist mit Ausnahme von Frankfurt (Oder) überall im Land der Fall. Besucher müssen sich dann testen lassen, wenn mehr als 500 Menschen zu einer Veranstaltung kommen. Für Vereinssitzungen oder ähnliche Veranstaltungen in Innenräumen ohne Unterhaltungscharakter halbiert sich die Testpflicht-Grenze von mehr als 200 auf mehr als 100.
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Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hält trotz massiver Proteste an einem umstrittenen Schreiben zu Quarantäne-Anordnungen für Kinder fest. Das Gesundheitsamt habe solche Anordnungen bereits hundertfach versandt, sagte Kreis-Sprecherin Andrea Metzler am Montag. «Allerdings wurde bislang der «Tonfall» in dem Schreiben nicht kritisiert.» Der Text werde nicht geändert. Die AfD kritisierte, hunderte Eltern würden gemaßregelt, eingeschüchtert und bedroht. Die FDP Potsdam-Mittelmark forderte den Kreis zur «sprachlichen Abrüstung» auf.
Der «Focus» hatte am Freitag über ein Schreiben des Gesundheitsamtes an die Eltern eines Kindes berichtet, in dem es heißt: «Sollten Sie den der Absonderung für Ihr Kind betreffenden Anordnungen nicht nachkommen, so hat die Absonderung zwangsweise durch Unterbringung in einer geeigneten abgeschlossenen Einrichtung zu erfolgen.» Zudem wurde «rein vorsorglich» darauf hingewiesen, dass die Eltern bei Zuwiderhandlung gegen die Anordnung mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldbuße rechnen müssten. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, sagte: «Quarantäne-Anordnungen müssen befolgt werden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. September 2021 08:32 Uhr

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