Ortskräfte aus Afghanistan: «Erschöpft und hungrig»

Ortskräfte aus Afghanistan: «Erschöpft und hungrig»

Sichtlich erschöpft sind 59 Ortskräfte und ihre Angehörigen aus Afghanistan am frühen Freitagmorgen in der Brandenburger Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) eingetroffen. «Sie waren erschöpft und hungrig - aber zufrieden und in einem guten gesundheitlichen Zustand», sagte der Leiter der Einrichtung, Sebastian Berg. Die Flüchtlinge seien zunächst mit Essen und Kleidung versorgt worden und hätten sich dann in ihre Zimmer zurückziehen können. Die Menschen kamen um 4.27 Uhr an.

Ortskräfte in Brandenburg agekommen

© dpa

Ortskräfte aus Afghanistan gehen auf dem Gelände der DRK-Flüchtlingshilfe zu ihrer Unterkunft.

In der Gruppe gebe es vor allem Familienverbände mit Kindern und Jugendlichen jeden Alters, sagte der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde von Brandenburg, Olaf Jansen. Es seien aber auch alleinreisende Männer dabei. Eine Frau sei hochschwanger und werde daher ärztlich betreut. «Es sind auch einige dabei, die recht ordentlich Deutsch oder Englisch sprechen», sagte Jansen.
Die Menschen sollen wegen der Corona-Pandemie zunächst in Quarantäne bleiben. Am Montag sollen dann PCR-Tests gemacht werden. «Wenn diese negativ sind, können die Menschen auf andere Bundesländer verteilt werden», so Jansen.
«Die Menschen haben eine extrem lange Reise, psychisch unter starkem Druck hinter sich», sagte Innenstaatssekretär Markus Grünewald. Daher müssten sie zunächst zur Ruhe kommen. Bei der Verteilung auf andere Bundesländer würden mögliche Zusammenführungen von Familien berücksichtigt, sagte Grünewald.
Unterdessen erwartet Brandenburg schon bald weitere afghanische Ortskräfte und ihre Angehörigen. Am Flughafen Frankfurt/Main würden am Freitag zwei weitere Maschinen mit Geretteten erwartet, sagte Jansen. Auch diese Menschen sollen zunächst in der brandenburgischen Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) versorgt werden.
«Wir wissen noch nicht, wann und wie viele Menschen es sind», sagte Jansen. In der Einrichtung stünden aber 350 Plätze für Ortskräfte und ihre Angehörigen zur Verfügung. Also könnten noch knapp 300 Menschen aufgenommen werden.
Grünewald betonte, die Hilfsbereitschaft der Menschen im Ort sei weiterhin groß. «Hier wurde jede Menge Spielzeug für die Kinder abgegeben.» Die Kinder könnten sich in der Einrichtung auch Fahrräder ausleihen. «So dass ich trotz der schwierigen Umstände die Hoffnung habe, dass wir ihnen in Deutschland einen Neuanfang ermöglichen können.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 20. August 2021 13:51 Uhr

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