Einkommen in Brandenburg deutlich unter Bundesniveau

Einkommen in Brandenburg deutlich unter Bundesniveau

Die Monatseinkommen in Brandenburg liegen zum Teil noch immer deutlich unter dem Durchschnittsniveau aller Bundesländer. 2019 betrug das monatliche Bruttoarbeitsentgelt von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten in der Mark im Schnitt 2708 Euro. Das waren 693 Euro weniger als im bundesweiten Mittel, wie das Wirtschaftsministerium in Potsdam auf eine Anfrage des Linksfraktionschefs im Landtag, Sebastian Walter, mitteilte. Aktuelle Daten lagen dem Ministerium noch nicht vor.

Bei Männern lag der Einkommensunterschied 2019 mit 884 Euro mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen, bei denen die Differenz noch immer 338 Euro ausmachte. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen gingen die Männer und Frauen in der Mark im Schnitt mit 390 Euro monatlich weniger nach Hause als gleichaltrige Erwerbstätige im Bundesdurchschnitt. Bei den Beschäftigten im Alter ab 25 Jahren machte der Unterschied rund 750 Euro aus.
Im Jahr 2010 lag der durchschnittliche Monatsverdienst in Brandenburg dem Ministerium zufolge bei rund 2000 Euro, etwa 800 Euro unter dem damaligen Bundesmittel.
Besonders deutlich sind die Unterschiede im unteren Entgeltbereich, der bei weniger als zwei Drittel des Bruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Laut Ministerium arbeiteten 2019 bundesweit 18,8 Prozent aller Beschäftigten im unteren Entgeltbereich, in Brandenburg dagegen 33,2 Prozent. Bei den unter 25-Jährigen in dieser Einkommensgruppe waren es im Bund knapp 40 Prozent, in der Mark 59 Prozent.
Linksfraktionschef Walter kritisierte, dass Ostdeutschland 31 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer weit von Lohngleichheit mit dem Westen entfernt sei. «Im Osten wird mehr gearbeitet, aber weniger verdient - das ist respektlos gegenüber den Menschen im Land», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Osten dürfe nicht länger Billiglohnland sein. «Wir brauchen gute Löhne, die vor Armut schützen, einen Mindestlohn von 13 Euro und eine Tarifvertragspflicht für Unternehmen, die öffentliche Gelder oder Aufträge erhalten.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Juli 2021 13:11 Uhr

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