Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume: Unwetter

Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume: Unwetter

Gewitter mit Starkregen haben in Brandenburg mancherorts Bäume entwurzelt und Keller voll laufen lassen - am Mittwoch waren vor allem der Norden und der Osten des Landes betroffen. In der Stadt Prenzlau (Uckermark) musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Größere Schäden oder Verletzte verzeichneten Polizei und Feuerwehr aber zunächst nicht.

Feuerwehr

© dpa

Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt durch die Innenstadt.

Mit 30 Einsatzkräften und 3 Fahrzeugen war die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau am Mittwochnachmittag im Dauereinsatz. So mussten Kinder einer Kita in den zweiten Stock des Gebäudes gebracht werden, wie die Stadt mitteilte. In der unteren Etage des Gebäudes sei Wasser eingedrungen. Von den starken Regenfällen waren Straßen und auch Keller betroffen. «Im Seerestaurant "Am Kap‘» musste das Wasser aus dem Keller gepumpt werden, auch ein Keller am Marktberg war voll gelaufen. Am Stadion war ein Rasenhang abgerutscht.»
Der Betreiber des Cafés im Museum Prenzlau, Stefan Heß, berichtete von einem kurzzeitigen, aber heftigen Starkregen. «In der kurzen Zeit war es heftig, was an Wasser runterkam», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Wasser drohte in den Eingang des Gebäudes zu laufen. «Als wir das gemerkt haben, haben wir versucht, den Eingang zu blockieren». Die Gullys hätten das Wasser nicht mehr aufgenommen. Nach einer halben Stunde habe sich das Wetter dann beruhigt.
«Das Problem überfluteter Straßen ist in Prenzlau bekannt. Trotz in den Vorjahren bereits ergriffener Maßnahmen lässt es sich mittelfristig auch nicht beseitigen», erklärte Bürgermeister Hendrik Sommer. Hinzu komme die Trockenheit der zurückliegenden Wochen. Der Boden sei teilweise betonhart, so dass das Wasser auch nicht versickern könne und sich andere Wege suche. Die Rohrsysteme zur Straßenentwässerung seien für die in den letzten Jahren immer häufiger auftretenden Starkregengüsse nicht ausgelegt.
Im Kreis Oberhavel und im Kreis Barnim brachen Äste ab und liefen ebenfalls Keller voll, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde sagte. Im Kreis Oberhavel sei die Feuerwehr 60 Mal im Einsatz gewesen, im Kreis Barnim 48 Mal. In Wensickendorf, einem Ortsteil von Oranienburg (Oberhavel), hatte ein Gewitter bereits am Dienstag kurz und heftig gewütet. Bäume fielen auf die Straße, auf einen Carport und auf das Dach eines Bungalows.
Verletzte gab es nach Angaben der Regionalleitstelle Nordost nicht. Insgesamt seien sechs Ortsfeuerwehren mit 30 Autos in der nördlichen Region im Einsatz. Die Leitstelle für den Kreis Oder-Spree konnte zunächst keine Auskunft über die Zahl der Einsätze geben. Es sei zu viel zu tun, sagte eine Mitarbeiterin auf Anfrage. In der Prignitz im Norden war die Lage dagegen überschaubar, wie es von der Leitstelle Nordwest hieß.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für den Mittwochabend vor weiteren Unwettern mit Gewitter und Starkregen in den nördlichen Kreisen. Es bestehe die Gefahr von ergiebigem Dauerregen. Betroffen seien die Kreise Barnim, Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Uckermark. Infolge des Dauerregens seien unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich.
Dabei könnten gebietsweise zwischen 30 und 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden fallen, teilte der DWD mit. Örtlich seien auch 80 Liter pro Quadratmeter nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag soll es vorwiegend im Norden und Westen Brandenburgs regnen, während es in der Niederlausitz voraussichtlich trocken bleibt. Aufgrund des immer wieder möglichen Platzregens ist mit kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Zudem besteht bei Blitzeinschlägen Lebensgefahr.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 30. Juni 2021 18:59 Uhr

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