Brandenburg erinnert an DEFA-Gründung vor 75 Jahren

Brandenburg erinnert an DEFA-Gründung vor 75 Jahren

Hunderte Spielfilme und mehr als 2000 Kurz- und Dokumentarfilme hat die DEFA hervorgebracht: Brandenburg hat am Donnerstag an das 75. Gründungsjubiläum der Deutschen Film Aktiengesellschaft erinnert. Die DEFA sei Arbeitsplatz und künstlerische Heimat für Tausende Beschäftigte gewesen - die dort entstandenen Produktionen seien Teil des gemeinsamen Film- und Kulturerbes, erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD).

Manja Schüle (SPD)

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Manja Schüle (SPD), Kulturministerin, spricht.

Die DEFA wurde am 17. Mai 1946 in Berlin unter Lizenz der sowjetischen Besatzungsmacht mit Sitz in Potsdam-Babelsberg gegründet. Bis 1992 entstanden rund 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme sowie etwa 2250 Kurz- und Dokumentarfilme. Zu den bekanntesten DEFA-Produktionen gehören unter anderem «Die Mörder sind unter uns» von Wolfgang Staudte, «Spur der Steine» von Frank Beyer und «Solo Sunny» von Konrad Wolf. Als einziger DEFA-Film wurde «Jakob der Lügner» von Regisseur Frank Beyer nach dem Roman von Jurek Becker 1976 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.
Filmproduktion in der DDR sei immer auch Politik gewesen, erinnerte die Ministerin. Um manche Stoffe sei jahrelang gestritten worden, manche Filme verschwanden kurz nach ihrer Premiere in der Versenkung und wurden erst Jahrzehnte später gezeigt. «Ich finde: Sie haben auch 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution noch erhebliches Entdeckungspotenzial», sagte Schüle. Dabei leiste das Filmmuseum Potsdam mit seiner Forschung und seinen Angeboten einen wichtigen Beitrag.
Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) verwies darauf, dass sich die 1998 vom Bund unter Mitwirkung der ostdeutschen Bundesländer gegründete DEFA-Stiftung dem Erbe verpflichtet fühle. Die Stiftung digitalisiert demnach kontinuierlich den DEFA-Filmbestand, damit die Filme weiterhin in Fernsehen und Kino gezeigt werden können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 13. Mai 2021 16:10 Uhr

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